Milchproduktion: Am Berg hat das Schaf die Nase vorn

Milch von Schafen bzw. Ziegen wird zunehmend nachgefragt und findet sich immer öfter in den Regalen der Supermarktketten. Eine Umstellung von Kühen auf Milchschafe bzw. Milchziegen ist vor allem im Berggebiet wirtschaftlich interessant.
Schafmilch bringt mehr Einkommen, erfordert aber auch einen höheren Arbeitseinsatz, auch die Ziege ist der Milchkuh überlegen.
Schafmilch bringt mehr Einkommen, erfordert aber auch einen höheren Arbeitseinsatz, auch die Ziege ist der Milchkuh überlegen.
Die Berechnung des Einkommens aus der Milchproduktion für den Bio-Bergbauernbetrieb belegt, dass eine Umstellung auf Milchschaf- bzw. Milchziegenhaltung auch bei durchschnittlichem Produktionsniveau das Einkommen verbessert. Mit zunehmender Milchleistung je Milchschaf bzw. Milchziege vergrößert sich der Abstand zur Milchkuhhaltung. Zu berücksichtigen ist zudem, dass ein Erlös aus dem Verkauf der Milchquote bei Ausstieg aus der Milchkuhhaltung nicht berücksichtigt

Mehr Arbeit nötig
In der Milchschaf- bzw. Milchziegenhaltung ist der Arbeitsbedarf tendenziell höher als in der Milchkuhhaltung. Für den Bio-Bergbauernbetrieb wurden 125 Arbeitskraftstunden (AKh) je Milchkuh und 20 AKh je Milchschaf bzw. Milchziege (jeweils inkl. weibliche Aufzucht) kalkuliert. Daraus errechnet sich ein Mehrbedarf von rund 450 bis 750 AKh bei Umstellung auf Milchschafe bzw. Milchziegen. Der Einkommensbeitrag je AKh unterscheidet sich daher weniger zwischen den hier untersuchten Tierhaltungszweigen.

Fazit
Bei guter Produktionstechnik und geringen Umstellungskosten kann mit Schaf- bzw. Ziegenmilch deutlich mehr verdient werden als mit dem Verkauf von Kuhmilch. Generell gilt: Je besser die Produktionstechnik in der Milchkuhhaltung, desto besser muss diese auch bei Milchschafen bzw. Milchziegen sein, um bei einer Umstellung ein höheres Einkommen zu erwirtschaften. Interessant ist die Milchproduktion mit Schafen bzw. Ziegen vor allem für Betriebe mit ausreichender Arbeitskapazität, da die Arbeitsbelastung in der Regel zunimmt. Generell müssen für den Erfolg der Schaf- bzw. Ziegenmilchproduktion die Vermarktung gesichert (Achtung vor hohen Transportkosten) sowie persönliche Neigungen der Betriebsleiter für den Umgang mit Kleinwiederkäuern vorhanden sein. Ob schließlich auf Milchschafe oder Milchziegen umgestellt wird, hängt vor allem von der persönlichen Neigung für eine bestimmte Tierart ab.

Autor: Dr. Leopold KIRNER, Bundesanstalt für Agrarwirtschaft, Wien


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Aktualisiert am: 23.11.2009 16:04
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