Milchproduktion 2002 im internationalen Vergleich

Das IFCN (International Farm Comparison Network) verglich Kosten, Preise und Produktionssysteme von Milchproduktionsbetrieben aus 24 Ländern. Dabei wurden auch die Stärken und Schwächen der Milcherzeugung im Berggebiet ersichtlich.
Gute Betriebsergebnisse können durch eine Ausdehnung der Milchmenge, durch konsequente Nutzung von Sparpotenzialen sowie durch Ausnutzung von Marktnischen erreicht werden. Die ungünstigen Standortbedingungen eines Bergbauernbetriebes können durch die höheren Direktzahlungen nicht vollständig kompensiert werden.
Die Milchpreise der ausgewählten EU-IFCN-Betriebe aus Österreich, Deutschland, Holland, Frankreich, Spanien, Nordirland und Dänemark liegen im Durchschnitt rund 40 % unter jenen der Schweiz. Diese Kostendifferenzen sind hoch und können weder mit unterschiedlichen Betriebsstrukturen noch mit einem schlechten Management der Betriebe begründet werden! Den Haupteinfluss auf die Kostendifferenz dürften im Hochlohn- und Hochpreis-Land Schweiz liegen. So sind nicht nur die Kraftfutterpreise, sondern alle wichtigen Kostenpositionen wie Arbeit, Maschinen und Gebäude davon betroffen. Aufgrund der hohen Qualität der Produktionssysteme hinsichtlich Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Akzeptanz sowie infolge des guten Images von Milchprodukten in Ländern wie Österreich oder der Schweiz ist es naheliegend, weiterhin auf die Produktion von Spezialitäten ein besonderes Gewicht zu legen. Damit soll die Wettbewerbsfähigkeit nicht nur aufgrund der Kosten entschieden werden. Dies schliesst nicht aus, dass diese Strategie auch mit tieferen Milchpreisen möglich ist und folglich auf den Betrieben alle Kostensenkungspotentiale genutzt werden müssen.

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Aktualisiert am: 27.06.2003 11:22
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