Milchpreissenkungen - Folgen falscher Milchpolitik

Aufgrund der sinkenden Erzeuger- und Konsumentenmilchpreise fordert die IG-Milch gemeinsame Anstrengungen für ein nationales Rettungspaket für Milchbauern ein und macht Vorschläge zur Beendigung der Krise.


Mit den massiven Preissenkungen der österreichischer Molkereien bewahrheiten sich die schlimmsten Befürchtungen der IG-Milch, heißt es in der Aussendung. Und weiter: Die IG-Prognosen über die Wirkungen der verfehlten Milchmarktpolitik mit sinnloser Quotenaufstockung, ruinösem Preiskampf im Handel und völliger Fehlreaktion von Milchindustrie und Agrarpolitik auf veränderte Marktgegebenheiten hätten sich zum Leidwesen der Milchbauern bestätigt.

Mit dem Milchlieferstreik haben Bäuerinnen und Bauern eindringlich und unmissverständlich ihre Befürchtungen geäußert.

Ausgehend von Deutschland nutzen die Lebensmitteldiscounter, allen voran Aldi/Hofer und die zur REWE-Gruppe gehörenden Penny-Märkte die angespannte Situation auf dem Milchmarkt und senken als Vorreiter die Preise für einen großen Teil der Produktgruppe Milch und Milchprodukte um teilweise bis über 30% auf einen historischen Tiefstand. Dazu kommt noch die Listung ausländischer Schleuderware, die unter völlig anderen Qualitätskriterien produziert wird.

In einer Situation, in der die heimischen Milcherzeuger von der Kostenschraube erdrückt werden, sind diese erdrutschartigen Preissenkungen eine Katastrophe, meint die IG-Milch und fordert dazu auf, den Schaden für die heimische Milchwirtschaft, die Bäuerinnen und Bauern, die Kulturlandschaft, Lebensmittelqualität und die Arbeitsplatzsituation zu begrenzen. Ein nationales Rettungspaket aller Beteiligten mit folgenden Inhalten sei nötig:

· Gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen, um eine flexible und marktkonforme Mengensteuerung zu ermöglichen

· Bewertung und Abgeltung der gratis erbrachten Leistungen der

österreichischen Milchbäuerinnen und Milchbauern für Lebensmittelsicherheit, Gentechnikfreiheit, Kulturlandschaft und Tourismus

· Offene Deklaration der zerstörerischen Auswirkungen von ausländischen Billigstprodukten im Regal, die unter völlig anderen Bedingungen erzeugt wurden, als dies der österreichische Konsument erwartet

Urabstimmung erwünscht

Die IG Milch fordert die gesetzliche Agrarvertretung LK-Österreich in dem Papier weiters auf, unter den MilcherzeugerInnen eine Urabstimmung über wesentliche Punkte der gesetzlichen Rahmenbedingungen für eine Milchmengensteuerung durchzuführen.


Aktualisiert am: 10.11.2008 11:14
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