Milchpreisindex um 47 % gestiegen

Die internationalen Preise für Milchbasisprodukte legten 2016 deutlich zu. Der GlobalDairyTrade-Index stieg im vierten Quartal 2016 um 18 % und im gesamten Jahr um 47 % gegenüber 2015. Dennoch sehen Analysten aktuell eine Abschwächung, denn in der letzten Auktion gab der GDT um 0,5 % nach.
Der Preis für Butter erhöhte sich gegenüber dem vorherigen Event im Durchschnitt aller Kontrakte um 0,5 %. Foto: Vetta
Der Preis für Butter erhöhte sich gegenüber dem vorherigen Event im Durchschnitt aller Kontrakte um 0,5 %. Foto: Vetta
Nach vier Auktionen mit deutlich steigenden Notierungen kam es bei der letzten Auktion des Jahres am 20. Dezember 2016 an der internationalen Handelsplattform GlobalDairyTrade (GDT) zu einem leichten Rückgang. Der Gesamtindex, in dem eine Bandbreite von verschiedenen Molkereiprodukten und Kontrakt-Zeiträumen zusammengefasst ist, verringerte sich um 0,5%.

Produkte entwickeln sich uneinheitlich

Der Preis für Butter erhöhte sich gegenüber dem vorherigen Event im Durchschnitt aller Kontrakte um 0,5 %. Bei Buttermilchpulver wurde ein Anstieg um 3,1% erzielt. Der Index für Cheddar-Käse konnte um 1,9 % zulegen, und bei Labkasein wurde ein Plus von 3,3 % gemeldet. Während die Notierung von Magermilchpulver unverändert blieb, gab der Preis für Vollmilchpulver leicht nach (-0,8 %). Auch bei Butteröl (-2,3 %) und Lactose (-1,6 %) wurde ein Minus registriert. In Summe wurden bei dieser Auktion Milchprodukte im Umfang von 22.321 t verkauft und damit in etwa gleichviel wie beim vorhergehenden Event. Die Anzahl der teilnehmenden Bieter fiel mit 168 höher aus als zuletzt (+9).

Seitwärtsbewegung erwartet

Der geringfügige Rückgang des GDT-Index war von den meisten Analysten erwartet worden. Die Notierungen seien in Summe seit Anfang Oktober deutlich gestiegen, ein weiteres Plus in dieser Höhe wäre nicht sehr realistisch gewesen, wird betont. Außerdem habe der Marktführer Fonterra diesmal sein Angebot an Vollmilchpulver um 6 % erhöht, das Käuferinteresse für dieses Produkt sei aber nicht dem entsprechend höher ausgefallen.

Anne Boniface, Expertin der Westpac Institutional Bank, betont, dass die Nachfrage vonseiten Chinas - nach den deutlichen Steigerungen in den vergangenen Monaten - zuletzt etwas gedämpft ausgefallen sei. Gleichzeitig hätten aber Käufer aus Afrika und Südostasien mehr Interesse gezeigt. Boniface erwartet Anfang des kommenden Jahres eine moderate Preisentwicklung am Milchmarkt.

Amy Van Ossenbruggen, Analystin beim Marktbeobachter AgriHQ, geht nicht davon aus, dass sich der geringfügige Index-Rückgang bei der jüngsten Auktion negativ auf den Milchpreis der neuseeländischen Farmer auswirken wird. Die Prognose von Fonterra für den Erzeugerpreis in der neuen Saison 2016/17 (6,00 NZ-Dollar/kg Milchfeststoff) werde voraussichtlich halten, betont sie.

GDT-Index legte um 47% zu

Die internationalen Preise für Milchbasisprodukte konnten 2016 - von einem sehr niedrigen Niveau ausgehend - deutlich zulegen. Der GlobalDairyTrade-Index stieg im vierten Quartal 2016 um 18 % und im gesamten Jahr um 47 % gegenüber 2015. Der Durchschnittspreis für das Leitprodukt Vollmilchpulver stieg in den vergangenen sechs Monaten um 68 % auf nunmehr 3.568 USD/t. Auch bei Magermilchpulver wurde im vergangenen Halbjahr ein signifikanter Anstieg verzeichnet, und zwar um 38 % auf 2.621 USD/t. Die Nachfrage nach diesen beiden Molkereiprodukten erhöhte sich insbesondere in Asien, während das Angebot unter anderem aufgrund von Witterungsproblemen in Ozeanien verringert wurde. Auch für die anderen bei der GDT-Auktion gehandelten Basisprodukte wurden im abgelaufenen Jahr signifikante Preissteigerungen erzielt.

Aktualisiert am: 21.12.2016 16:50

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