Milchpreis sinkt

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Seit Quotenende produzieren europäische Bauern mehr Milch. Die Nachfrage lässt derzeit nach und der Auszahlungspreis sinkt in vielen Ländern unter die 30 Cent-Marke.
Der Milchpreis ist unter die 30-Cent-Marke gerutscht.
Der Milchpreis ist unter die 30-Cent-Marke gerutscht.
Die europäische Milchwirtschaft steckt in der Krise. Milchbauern haben mit fallenden Preisen zu kämpfen und müssen eine Superabgabe auf Rekordniveau stemmen.

Preis fällt weiter
Die EU-Kommission bekräftigte kürzlich die angespannte Lage am Milchmarkt: Der Auszahlungspreis für Milch sei im Mai im EU-Schnitt auf 31 Cent/kg gefallen.
Die Brüsseler Experten rechnen nicht damit, dass sich die Preise noch in diesem Jahr erholen. Sie hielten es sogar für wahrscheinlich, dass die Erzeugerpreise weiter nachließen. Grund dafür sei auch die derzeit gute Futtergrundlage. Die Behörde schätzt, dass im zweiten Halbjahr 2015 um 1,6 % mehr Milch erzeugt wird, als im Jahr zuvor.
Auch die Lage auf dem Weltmarkt lässt nicht auf eine Entspannung hoffen. Auch dort gehe man von sinkenden Notierungen für Milchpulver und Käse aus. Einzig ein schwacher Eurokurs könnte den Export aus der EU vorantreiben, teilte die Kommission mit.

Unter 30 Cent
Nach Angaben des European Milk Board sei die Lage in mehreren Ländern Europas kritisch. So würden in Belgien Preise von 25 Cent bis 26 Cent je Kilogramm Milch gezahlt. In Deutschland sehe es mit 26 Cent bis 30 Cent nicht besser aus. Aus Irland würden 28 Cent gemeldet, aus Dänemark 29 Cent und aus Frankreich 29 Cent bis 30 Cent. Zurzeit erhielten die niederländischen Milchviehhalter Auszahlungspreise von 25 Cent bis 28 Cent/kg Milch.
Österreichs Milchbauern bekommen derzeit noch etwas mehr als 30 Cent/kg Milch. Im Mai lag der Auszahlungspreis im Durchschnitt aller Qualitäten bei 33,75 Cent/kg. Für konventionell erzeugte Milch zahlten die Molkereien im Schnitt 32 Cent, für Biomilch 42 Cent/kg.

Enorme Superabgabe
Neben dem schlechten Milchpreis, drückt auch die Superabgabe den Milchbauern auf das Gemüt. Im letzten Quotenjahr ist diese für die deutschen Milcherzeuger auf 21,99 Ct/kg gestiegen. Bei einer Überschreitung des Quotenrahmens um gut 1,1 Mio. t müssen deutsche Milchbauern rund 309 Mio. Euro nach Brüssel überweisen.
Laut AMA müssen Österreichische Milchbauern für geringe Überschreitungen der A-Quote eine Basisabgabe von 9,040 Cent/kg zahlen. Für höhere Überlieferungen ist eine Superabgabe von 22,599 Cent fällig. Wie die AMA weiter berichtete, hätte Österreich die Quote um 168.024 t oder 5,8 % überliefert. Das bedeute eine Superabgabe von rund 46,76 Mio. Euro.

Autor: Lena Adlhoch
Aktualisiert am: 09.07.2015 17:29
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