Milchmarkt im EU-Mittel stabilisiert

Die Lage am europäischen Milchmarkt hat sich zuletzt weiter entspannt. Das geht aus dem jüngsten Quartalsbericht der Europäischen Kommission hervor.
Auch wenn es scheint als habe sich der europäische Milchmarkt etwas stabilisiert, sind die Preise für die meisten Bauern immer noch bedenklich niedrig.
Auch wenn es scheint als habe sich der europäische Milchmarkt etwas stabilisiert, sind die Preise für die meisten Bauern immer noch bedenklich niedrig.
Nach dem jüngsten Quartalsbericht er Kommission lag der EU-Durchschnittspreis für Rohmilch im Oktober bei 26,7 Cent/l; das sind rund 10 % mehr als im Juni gezahlt wurde. Für Dezember werden ferner Preise von 33,3 Cent/l in den Niederlanden, 31,1 Cent/l in Nordirland und 36,1 Cent/l in Italien angegeben. Die Situation habe sich erfreulich entwickelt und stelle sich stabiler dar als in den vorangegangen Monaten, erklärte EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel am vergangenen Mittwoch beim Agrarrat in Brüssel.

Weniger Milch im September
Die Preise für Butter und Magermilchpulver lägen um 31 % beziehungsweise 24 % über dem jeweiligen Interventionspreis. Ferner habe die EU-Milchproduktion das Vorjahresniveau im September um 2 % unterschritten. Das könne eventuell bereits genug sein, um den Markt im kommenden Jahr in Balance zu halten. Wie aus dem Bericht allerdings auch hervorgeht, produzierten wichtige Erzeugerländer wie Deutschland, die Niederlande und Dänemark im September mehr als ein Jahr vorher. In der Bundesrepublik lag das Plus bei 1,0 %. Bezogen auf die Periode Januar bis September wurde die Vorjahresproduktion sogar in neun Staaten - darunter die genannten - überschritten.

Milchquote anheben – Exporterstattung wichtig
Mehrere Delegationen ergriffen im Anschluss an die Präsentation der Kommissarin das Wort, um darauf hinzuweisen, dass sich die Auszahlungspreise trotz gewisser Stabilisierung vielerorts auf geringem Niveau bewegten. Die Bedeutung von Exporterstattungen wurde unterstrichen. Die holländische Landwirtschaftsministerin Gerda Verburg pochte auf die weitere Anhebung der Milchquote gemäß den Health-Check-Beschlüssen, um eine „weiche Landung“ im Jahr 2015 sicherzustellen. Sie erinnerte daran, dass niederländische Erzeuger jährlich Superabgaben in Höhe von 40 Mio. Euro zahlten. (AgE)

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Aktualisiert am: 29.12.2009 08:02
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