Milchmarkt: Anlieferung im Oktober 2009 rückläufig

Nachdem die Milchanlieferung an die österreichischen Molkereien im September 2009 rückläufig war (-1,7%), setzte sich dieser Trend auch im Oktober fort. Es wurden weniger Butter und Käse erzeugt und die Lage am Weltmarkt entspannt sich.
Milchanlieferung rückläufig, weniger Käse und Butter produziert und Verlängerung der Einlagerung nicht genutzt - so sieht die Bilanz derzeit am heimischen Markt aus. Eine leichte Entspannung in Sicht?
Milchanlieferung rückläufig, weniger Käse und Butter produziert und Verlängerung der Einlagerung nicht genutzt - so sieht die Bilanz derzeit am heimischen Markt aus. Eine leichte Entspannung in Sicht?
Mit einem Minus von 1,8% gegenüber dem Vorjahresmonat setzte sich der Rücklauftrend der Milchanlieferung auch im Oktober fort. Von Jänner bis Oktober 2009 lag die angelieferte Menge aber um 0,2% über dem Wert des Vorjahres. Geht man vom Quotenjahr aus (Beginn: April 2009), so entsprach die Anlieferung bis 31.10. ziemlich genau jener des Vorjahreszeitraumes. Dies geht aus jüngsten Berechnungen der Agrarmarkt Austria hervor. In der EU wurde von Jänner bis September 2009 nur geringfügig (-0,3%) weniger Rohmilch an die Molkereien geliefert als im Vergleichszeitraum 2008.

Rückgänge bei Butter und Käse, Versand gestiegen
Aufgrund der leicht verringerten Anlieferung und der Probleme am heimischen und internationalen Milchmarkt ergab sich in den ersten neun Monaten dieses Jahres auch eine Änderung bei der österreichischen Milchverarbeitung. Die Herstellung von flüssigen Molkereiprodukten (Trinkmilch, H-Milch, Mischtrunk usw.) blieb von Jänner bis September mit rund 814.200 t nur knapp unter dem Vorjahresniveau (-0,1%). Die Butterproduktion sank hingegen um 3,3% auf etwa 24.500 t, bei Käse ergab sich ein Rückgang um 2,8% auf 109.600 t. Gleichzeitig wurde der Versand von Verarbeitungsmilch an andere Mitgliedstaaten (überwiegend nach Deutschland und Italien) um 7,3% auf 332.500 t gesteigert. Der Zukauf solcher Milch wurde um 1,5% auf gut 14.000 t verringert.

Vorläufig keine neuen Buttermengen für die private Lagerhaltung
In der Lagerperiode 01.01. bis 15.08.2009 wurden in Österreich 1.963 t Butter übernommen. Nach den neuen Beschlüssen der Europäischen Kommission wurde aufgrund der anhaltend schwierigen Lage am Milchmarkt der Einlagerungszeitraum bis 28.02.2010 verlängert. Bis dato wurde laut AMA diese Möglichkeit in Österreich nicht genützt. Der heimische Tiefkühllagerbestand (private Lagerhaltung und Vorräte der Betriebe) betrug mit Ende Oktober 1.437 t. Von der Butter-Intervention wird in Österreich kein Gebrauch gemacht. In der EU befinden sich derzeit etwa 76.000 t in den öffentlichen Lagern (der Großteil davon in Irland, den Niederlanden sowie in Frankreich). Bei der Magermilchpulver-Intervention beträgt der EU-Lagerstand per 18.11.2009 rund 266.000 t, wovon knapp die Hälfte auf die Länder Deutschland und Frankreich entfällt.

Exporterstattungen im Milchbereich mittlerweile gestrichen
Da sich der Weltmarktpreis für Milchprodukte halbwegs erholt hat, sind in der EU die Ausfuhrstützungen in diesem Bereich gestrichen worden. Für Milchpulver und Käse wurden die Exporterstattungen bereits in den Vorwochen schrittweise auf Null reduziert. Die bisherige Außenhandelsbilanz der EU in diesem Jahr fällt gemischt aus: Von Jänner bis September 2009 wurden die Butterexporte um knapp 7% auf rund 88.000 t erhöht, während etwa Neuseeland als mit Abstand größter Lieferant am Weltmarkt eine Steigerung um 23% auf 191.000 t schaffte und die USA einen Einbruch um 85% auf gut 10.000 t erlitten. Bei Käse konnte die EU-27 ihre Exporte um 1% auf knapp 418.000 t anheben und ist in diesem Segment führend. (AIZ)



Autor:
Aktualisiert am: 27.11.2009 09:44
Landwirt.com Händler Landwirt.com User