Milchmarkt 2010

Die wirtschaftliche Lage für Milcherzeuger hellt sich 2010 nach äußerst niedrigen Auszahlungspreisen des Vorjahres weiter auf. Wenn auch in den letzten Jahren die Preisentwicklung sehr turbulent war, so besteht doch berechtigte Hoffnung, dass der Preis langfristig wieder steigt.
Die Schwankungen bei den Milchpreisen machen sich nicht nur in der Bilanz, sondern auch bei den bäuerlichen Emotionen bemerkbar. Jetzt geht es wieder aufwärts.
Die Schwankungen bei den Milchpreisen machen sich nicht nur in der Bilanz, sondern auch bei den bäuerlichen Emotionen bemerkbar. Jetzt geht es wieder aufwärts.
Nur etwa 6 - 8 % der globalen Milchmenge (Weizen 20 %) werden international gehandelt, deren Preise sind dann aber ausschlaggebend. So verändert bereits ein Ungleichgewicht von nur 2 % den weltweiten Handelsumfang von Milchprodukten um 25 %. Kann dann weltweit auf keine nennenswerten Vorräte zurückgegriffen werden, löst das erhebliche Preissprünge aus.

Anstieg der Preise
Zum künftigen Umfang der Preisänderung lässt schon etwas sagen. Das verlangt die hiesigen Milchauszahlungs- und Milchpulverpreise ins Verhältnis zu setzen und daran eine Trendanalyse anzulegen. Daraus errechnet sich gegenwärtig eine Preissteigerung von 3 Cent/l gegenüber 2009. Das mehrt einzig die Einnahmen aus dem Milchverkauf. Zur Gewinnverbesserung trägt all das erst bei, wenn im Betrachtungszeitraum die Kosten, vor allem die Futterkosten, nicht ansteigen. Andernfalls kommt es zur Verringerung oder gar Aufzehrung der Mehreinahmen.
Futteraufwendungen schlagen mit rund 50 % der Gesamtkosten zu Buche. Deren künftige Preisentwicklung auf Basis der Futterkostennotierungen ergibt einen Preisrückgang von 1 Cent/kg im Jahresvergleich. Auf stolze 4 Cent/kg Mehrgewinn summiert sich all das in diesem Betriebszweig. Unterstützt wird das auch durch die Prognosen von OECD und FAO.

Vorräte sind Preisrisiko
Als Damoklesschwert für die Preisentwicklung 2010 erweisen sich aber weiterhin die momentan großen Vorräte an Milchpulver und Butter in der EU. Etwa 50.000 t Butter sollen dabei im Rahmen der Nahrungsmittelhilfe durch die EU kostenlos an Bedürftige abgegeben werden. Bei 2 Mio. t Butterkonsum in der Gemeinschaft bleiben die Auswirkungen auf den Milchpreis überschaubar. Die restlichen 50.000 t Butter in den Lägern sollen schrittweise in den Markt geschleust werden, um politisch wie wirtschaftlich eine weiche Landung zu erreichen.
Den Marktteilnehmer bleibt die Volatilität der Preise für Milcherzeugnisse der letzten Zeit auch künftig ein ständiger Begleiter. Das verlangt den Entwurf robuster Geschäftsmodelle, um in diesem volatilen Umfeld weiter erfolgreich zu bestehen.

Fazit
Trotz erheblicher Preissteigerungen bei Milchpulver und Butterfett bleibt die Lage am Milchmarkt weiter angespannt. Dennoch besteht die Aussicht auf weiter steigende Milchpreise im laufenden Jahr von 4 Cent/kg, gepaart mit etwa gleichbleibenden Futterkosten. Ursache dafür ist eine weltweit ansteigende Nachfrage nach Milch und Milcherzeugnissen. Diesem Mehrbedarf folgen aber, wegen derzeit noch weitgehend ungenügender Deckung der Produktionskosten, die Milchbauer nur mit einer zögerlichen Steigerung der Milchmenge.

Autor: Joachim RUHMANN, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR), Bad Kreuznach (D)


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Aktualisiert am: 17.02.2010 16:07
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