Milchkühe: Höherer Proteingehalt ohne Melkpause

Eine Veränderung des gängigen Melkrhythmus schont die Kühe und ergibt zugleich Milch mit einem höheren Eiweißgehalt. Das hat eine Untersuchung der Technischen Universität München (TU München) ergeben.
Nach Angaben der Forscher muss noch untersucht werden, wie oft hintereinander auf die Melkpause verzichtet werden kann, ohne das Eutergewebe zu schädigen.
Nach Angaben der Forscher muss noch untersucht werden, wie oft hintereinander auf die Melkpause verzichtet werden kann, ohne das Eutergewebe zu schädigen.
Über einen Zeitraum von zwei Jahren untersuchten Wissenschafter vom Lehrstuhl für Physiologie unter Leitung von Professor Heinrich Meyer den Einfluss der Trockenstellperiode auf die Milchqualität und die Tiergesundheit. Dazu wurden drei Gruppen von jeweils zwölf Milchkühen verglichen. Die erste Gruppe wurde ohne Trockenpause durchgehend zweimal täglich gemolken. Die zweite Gruppe wurde zwei Monate vor dem Abkalben trockengestellt. Nach der Geburt wurden die Muttertiere vier Wochen lang nur einmal täglich und erst anschließend zweimal am Tag gemolken. Die Kontrollgruppe wurde, wie in der landwirtschaftlichen Praxis üblich, zwei Monate vor dem Kalben nicht mehr gemolken und nach dem Kalben zweimal pro Tag.

Ohne Trockenperiode höherer Proteingehalt
Der herkömmliche Melkrhythmus erbrachte über die Dauer von zwei Jahren zwar die höchste Milchmenge. Die Tiere verloren jedoch mehr Gewicht und ihr Blutzuckerspiegel war geringer als in den Vergleichsgruppen. Ohne Trockenperiode lag der Eiweißgehalt hingegen im Durchschnitt um 0,5 % höher als in der Kontrolle. Bei dem verzögerten Einstieg in das zweimalige Melken betrug das Plus gegenüber der Kontrollgruppe noch 0,3 %.

Verzicht auf Melkpause wirtschaftlicher
Da das Milchgeld wesentlich vom Proteingehalt abhängt, sind die veränderten Melkschemata wirtschaftlicher. Zudem belasten sie den Stoffwechsel der Kühe weniger. Den Tieren bleibt mehr Energie, um Milch und Eiweiß herzustellen. Allerdings muss nach Angaben der Forscher noch untersucht werden, wie oft hintereinander auf die Melkpause verzichtet werden kann, ohne das Eutergewebe zu schädigen. Dazu plant die TU München eine größere und länger angelegte Studie.


Autor:
Aktualisiert am: 05.10.2010 15:15
Landwirt.com Händler Landwirt.com User