Milchgipfel der Agrarminister in Wien

20 EU-Mitgliedsstaaten unterstützen die Forderungen des Milchgipfels in Wien. Sie wollen die Milchbauern mit zusätzlichen 300 Millionen Euro unterstützen und sprachen sich dafür aus, dass es auch nach 2015 eine Regulierung des Milchmarktes geben soll.
Aus 20 EU-Länder folgten Vertreter der
20 Länder unterstützen die Forderungen des Milchgipfels, die von Niki Berlakovich (links) und Bruno Le Maire vorgestellt wurden.
20 Länder unterstützen die Forderungen des Milchgipfels, die von Niki Berlakovich (links) und Bruno Le Maire vorgestellt wurden.
Landwirtschaftsministerien der Einladung von Österreichs Landwirtschaftsminister Berlakovich und kamen zum Milchgipfel nach Wien. „Die anwesenden Agrarminister repräsentieren 95 % der Milchviehbetriebe in der EU“, unterstrich Berlakovich das Gewicht des Michgipfels. Die Minister beschlossen, die Milchbauern mit zusätzlichen 300 Millionen Euro zu unterstützen. „Es handelt sich hierbei um zusätzliche Finanzmitteln, die von den Mitgliedsstaaten getragen werden müssen und nicht um Umschichtungen“, betonte der französiche Landwirtschaftsminister Bruno Le Maire.

Antizyklische Auslagerung
Die 20 Mitgliedsstaaten fordern von der EU-Kommission unter anderem die Festlegung eines regulierenden Rahmens zur Stabilisierung des Europäischen Milchmarktes und der Erzeugereinkommen. Weiters soll das gesamte Jahr über Intervention möglich sein - auch für Käse. „Die Auslagerung aus den Interventionslagern soll antizyklisch gestaltet werden, damit die Markterholung nicht gefährdet wird“, erklärte Le Maire.

Klare Kennzeichnung
Weiters soll eine Beihilfe für die Verwendung von Magermilch für Futtermittel wieder eingeführt, das Schulmilchprogramm erweitert und die Kennzeichnung für Analogprodukte verbessert werden. Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich hatte als Vorbereitung für den Gipfel der EU Agrarminister in Luxemburg zum Treffen nach Wien geladen. Belgien, Bulgarien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Polen, Portugal, Tschechien, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Ungarn und Österreich beteiligten sich am Milchgipfel.

Kundgebung der IG-Milch
Während die Agrarminister tagten, demonstrierten Mitglieder der IG-Milch vor dem Tagungsgebäude gegen die Agrarpolitik der EU-Kommission. Manche Ergebnisse des Milchgipfel stießen auch bei den Demonstranten auf offenen Ohren: „Wir sind froh, dass die Agrarminister jetzt über ein Nachfolgemodell der Milchquote nachdenken“, so Hermann Kromberger, Milchbauer aus Niederösterreich, nach der Kundgebung.


Aktualisiert am: 15.10.2009 14:58
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