Milchexportstrategie Irlands erwartet

Angesichts einer voraussichtlich starken Ausweitung der Milchproduktion in Irland arbeitet man in der Branche an einer Exportstrategie, um die Auslandslieferungen weiter zu steigern.
Irland will seine Milchexportstrategie verschärfen und den Export erhöhen.
Irland will seine Milchexportstrategie verschärfen und den Export erhöhen.
Das irische Milchexportkontor (IDB), das rund 60% der molkereiwirtschaftlichen Ausfuhren von der „Grünen Insel“ vermarktet, feilt derzeit offenbar an einem Konzept zur Steigerung der Ausfuhren. Wie das Fachblatt Irish Farmers Journal berichtet, wird ein entsprechendes IDB-Papier Anfang Dezember erwartet.

Wohin geht die Reise?
Einen Fingerzeig, wo die Reise für Irlands Milcherzeuger künftig hingehen soll, gab IDB-Geschäftsführer Kevin Lane kürzlich bei einer agrarwirtschaftlichen Konferenz. Dort ermunterte er zu verstärkten Drittlandslieferungen, auf die derzeit nur ein Fünftel der milchwirtschaftlichen Ausfuhren entfallen. Der weit überwiegende Teil der Exporte geht in andere EU-Länder, wobei Großbritannien der wichtigste Abnehmer ist. Lane warnte vor einem Unterbietungswettbewerb verschiedener irischer Produzenten und gab das Ziel aus, den IDB-Marktanteil an den Exporten zu steigern. Den „fragmentierten Absatz um des kurzfristigen Vorteils willen“ möchte er laut Farmers Journal beendet sehen.

Käse- und Milchpulverexporte verdoppeln/vervierfachen
Die Dimension der Aufgabe hatte das irische Landwirtschaftsministerium mit seiner kürzlich vorgelegten Wachstumsstrategie für den Agrarsektor „Food Harvest 2020“ umrissen, laut der die Milchproduktion bis zum Ende des Jahrzehnts um rund die Hälfte oder rund 2,75 Mrd l pro Jahr wachsen soll. Weil Branchenexperten für den Buttermarkt nur beschränkte Wachstumsmöglichkeiten sehen, müssten andere Segmente, vor allem Käse, im Export umso stärker wachsen, wenn die Prognose des Ministeriums Realität werden soll. Wie der IDB-Geschäftsführer darstellte, müssten sich die Käseexporte Irlands auf 300.000 t verdoppeln und die Vollmilchpulverlieferungen auf mehr als 100.000 t vervierfachen. (AgE)

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Aktualisiert am: 08.11.2010 21:34
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