Milchbezeichnungen weiter geschützt

Die EU hat die Milchbezeichnungsregeln angepasst, um den Beitritt der neuen Länder Rechnung zu tragen. Bis auf wenige Ausnahmen dürfen nur echte Milchprodukte auch als solche bezeichnet werden. Begriffe wie „Analogkäse“ seien weiterhin verboten.
Nur wo wirklich Milch drin ist darf auch Milch oder Käse drauf stehen - bis auf wenige Ausnahmen.
Nur wo wirklich Milch drin ist darf auch Milch oder Käse drauf stehen - bis auf wenige Ausnahmen.
Begriffe wie „Erdnussbutter“ und „Kokosmilch“ dürfen jetzt ganz offiziell auch in ihrer ungarischen oder slowakischen Entsprechung verwendet werden, obwohl die damit bezeichneten Produkte eigentlich gar keine Milch enthalten.

Einige wenige Ausnahmen
Die Europäische Kommission passte kurz vor dem Jahreswechsel eine entsprechende, aus dem Jahr 1998 stammende Liste an, um der EU-Erweiterung 2004 Rechnung zu tragen. In der einheitlichen Gemeinsamen Marktordnung (GMO) ist geregelt, dass abgesehen von genau definierten Ausnahmen - im deutschen Sprachgebrauch sind beispielsweise Namen wie Kakaobutter, Fleischkäse, Leberkäse oder Käseklee zugelassen - nur echte Milchprodukte auch als solche bezeichnet werden dürfen.

Sojamilch und Analogkäse verbannt
Wie bisher verbannt bleiben die Bezeichnungen „Sojamilch“ oder „Analogkäse“. Das wird vom Milchindustrieverband (MIV) ausdrücklich begrüßt. Gerade in letzter Zeit sei erneut viel über Analogkäse und ähnliche Produkte diskutiert worden, erklärte der MIV anlässlich der Kommissionsentscheidung in einer Pressemitteilung. Jetzt sei erneut deutlich klargestellt worden, dass der Begriff „Analogkäse“ verboten sei. „Wo Käse draufsteht, muss auch ausschließlich Milch enthalten sein“, so der Verband.

Sicherheit für den Konsumenten
Der geltende Bezeichnungsschutz für Milch und Milcherzeugnisse sei ein wichtiger Pfeiler der europäischen Milchmarktordnung und gebe dem Verbraucher die Sicherheit, dass die mit Milchbegriffen gekennzeichneten Lebensmittel auch tatsächlich Milcherzeugnisse seien. Man gehe davon aus, dass die Lebensmittelüberwachung künftig noch genauer die Einhaltung des Bezeichnungsschutzes für Milch und Milchprodukte untersuchen werde. Das sei sowohl im Sinne des Verbraucherschutzes als auch der Milcherzeuger. (AgE)

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Aktualisiert am: 25.01.2011 14:41
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