Milchbauern demonstrierten in Straßburg

Mehrere Tausend Bäuerinnen und Bauern sind gestern nach Straßburg gekommen, um am Wahltag des neuen EU-Parlaments-Präsidenten auf die extrem niedrigen Milchpreise hinzuweisen.
Unter Führung des European Milk Boards (EMB), an dem nationale Verbände wie die österreichische IG Milch beteiligt sind, und der European Coordination Via Campesina (ECVC) forderten die Landwirte
Unter Führung des European Milk Boards (EMB) demonstrierten gestern tausende Milchbauern in Straßburg.
Unter Führung des European Milk Boards (EMB) demonstrierten gestern tausende Milchbauern in Straßburg.
Maßnahmen, um den Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Erzeugerpreise zwischen 20 und 22 Cent lägen weit unter den Produktionskosten und seien inzwischen für viele Betriebe existenzbedrohend. Die durch die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) eingeleitete Liberalisierung des Milchmarktes sei bereits jetzt gescheitert, betonten die Demonstranten.

Angebot an Nachfrage anpassen
Romuald Schaber, Präsident des EMB dazu: „Als Sofortmaßnahme fordern wir, dass mindestens 5% der Milchquote eingefroren werden.“ Durch die Abnahme der Milchmenge wird das Angebot der Nachfrage wieder angepasst und faire Erzeugerpreise werden Schritt für Schritt Realität. „Doch man muss noch einen Schritt weitergehen, damit auch in Zukunft das Angebot an die Nachfrage angepasst werden kann“, so Schaber weiterhin. Die Agrarpolitik der EU solle eine Milcherzeugung fokussieren, die Ressourcen schonend und eigenständiger ist.

Gespräch mit EU-Abgeordneten
Auch die EU-Agrarminister, die am Vortag in Brüssel getagt hatten, wurden von den Rednern der Kundgebung noch einmal deutlich aufgefordert, ihre Verantwortung für angemessene Rahmenbedingungen der Agrarmärkte wahrzunehmen. Im Anschluss an die Kundgebung traf eine Delegation beider Verbände EU-Abgeordnete zu einem Gespräch im europäischen Parlament.


Aktualisiert am: 17.07.2009 11:59
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