Milch-Preisdruck des Handels scheinbar abgesprochen



Landesrat Dr. Josef Stockinger warnt: Tausende Milchbauern könnten zum Aufgeben gezwungen sein
Entschieden gegen den aktuellen Preisdruck des Lebensmittelhandels bei Milch und Milchprodukten stellt sich Agrar-Landesrat Dr. Josef Stockinger. "Wenn der Handel die Milchbauern auf Dauer auspresst, ist er mit Schuld daran, wenn tausende Milchbauern das Handtuch werfen und sich in der Folge durch notwendige Importe die Lebensmittelqualität verschlechtert", warnt Landesrat Stockinger vor den Folgen der offenbar zwischen den Handelsketten abgesprochenen Preisreduktionen bei Milch und Milchprodukten.

Bauern nicht zermahlen

Wer Konsumenten mit künstlichen Tiefpreisen bei Milch und Milchprodukten locken will, lässt letztlich die Bauern büßen. "Bäuerinnen und Bauern, die zwei Mal am Tag 365 Tage im Jahr für frische Milch und erstklassige Lebensmittel am eigenen Hof in den Stall gehen, dürfen nicht zwischen den Mühlsteinen der plakativen Preistreiberei im Handel zermahlen werden", warnt Stockinger.

Milchprodukte keine Preistreiber

Milch und Molkereiprodukte aus Österreich gehören ohnehin nicht zu den Preistreibern, wie die jüngste Jahresstatistik der KeyQuest-Marktforschung aus Garsten zeigt. Die Produktpreise für Milch und Milchprodukte liegen langfristig deutlich unter der Inflationsrate. Während in den vergangenen 20 Jahren der Nettolohn-Index um 74 Prozent gestiegen ist, wurden Molkereiprodukte lediglich um 19 Prozent erhöht. Zum Vergleich stieg der allgemeine Verbraucherpreis-Index im selben Zeitraum von 1986 bis 2007 um 58 Prozent.

Auch wenn sich Preis und Wert von Milchprodukten im vergangenen Jahr näher gekommen sind, so zeigt der Langzeitvergleich, dass Molkereiprodukte in den vergangenen 20 Jahren real viel günstiger geworden sind und aktuell um 55 Prozentpunkten hinter dem Nettolohn-Index liegen", verweist Landesrat Stockinger auf die ganzheitliche Sicht der Preisrelationen.


Aktualisiert am: 20.03.2008 14:04
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