Milch-News aus NÖ

In ihrer milchwirtschaftlichen Information vom 18. Dezember, hat die LK- Niederösterreich die aktuellen Zahlen des LKV, wichtige Ereignisse des vergangenen Milchwirtschaftsjahres, sowie Termine für das kommende Jahr veröffentlicht.
In NÖ hat die Steigerung der Milchqualität und Verbesserung der Melkhygiene hohe Priorität - der Eutergesundheitsdienst trägt dem seit Jahren Rechnung.
In NÖ hat die Steigerung der Milchqualität und Verbesserung der Melkhygiene hohe Priorität - der Eutergesundheitsdienst trägt dem seit Jahren Rechnung.
Im Kontrolljahr 2008/2009 nutzten in NÖ 3.996 Milchviehhalter (-57) die Leistungen des Landeskontrollverbandes. Zum 30. September 2009 standen 79.206 Milchkühe oder 76,2 % unter Milchleistungskontrolle (NÖ: 104.000 Milchkühe). Damit werden etwa 78 % der angelieferten Milch von Zuchtbetrieben geliefert. Im Durchschnitt werden 19,8 Milchkühe im Zuchtbetrieb gehalten. Die Kontrollkühe erbrachten in 66.476 Vollabschlüssen 6.966 kg Milch mit 4,17 % Fett und 3,4 % Eiweiß und 528 Fett-Eiweiß kg (-63 kg). Nach Rassen gegliedert erbrachen Fleckvieh 6.871 kg, Braunvieh 7.131 kg und Holstein 8.628 kg. Im abgelaufenen Zwölfmonatszeitraum verfügten in NÖ 2.314 (Ö: 14.342) Milchbauern über eine D-Quote. Demnach wurden in NÖ 10.498 Tonnen (Ö: 66.997 Tonnen) von Kuhmilcherzeugern direkt vermarktet.

Milcherzeugung 2008 – bedeutendste Sparte
Die Milcherzeugung lag laut Versorgungsbilanz der Statistik Austria bei 3,22 Mio. Tonnen; der Produktionswert erreichte 1.129 Mio. Euro. Auf die Milcherzeugung entfielen 2008 wertmäßig 36 % der gesamten Tierproduktion und 18 % der landwirtschaftlichen Erzeugung in der Alpenrepublik. Der Bestand an Milchkühen bleibt mit 527.400 Tieren gegenüber 2007 stabil. Die durchschnittliche Jahresmilch-Leistung je Kuh lag mit 6.059 kg geringfügig über der Vorjahresmenge. Von den österreichischen Molkereien wurden 2008 insgesamt 1 Mio. Tonnen Konsummilch erzeugt; das waren 5,7 % mehr als ein Jahr zuvor. Auch das Ausland zeigte großes Interesse an diesen Produkten. Gegenüber 2007 stiegen die Ausfuhren um 13,2 %; ein Drittel davon entfiel auf Joghurt. Die Exporte gingen zu 98 % in Länder der Europäischen Union. Der Import wurde mit gleichem Anteil ebenso fast vollständig aus dem EU-Raum gedeckt.

USA und Australien- weniger Milch produziert
Obwohl diese beiden Länder weit weg von uns sind, beeinflussen sie doch indirekt auch die Milchpreise in Europa, da sie als starke Wettbewerber auf dem Weltmarkt mit den Europäern um Absatzmärkte buhlen. In den letzten Monaten ging die Anlieferung in den USA um etwa 1 % zurück. Erstmals seit 2001 dürfte auch das für das ganze Jahr ein leichtes Minus entstehen und auch für 2010 wird ein leichter Rückgang vorhergesagt. Der Milchkuhbestand wird in den USA sowohl 2009, als auch 2010 jeweils um 2 bis 3 % schrumpfen. In Australien fehlen in den letzen Monaten ca. 1,5 bis 3 % der Milch. Der September lag in Australien sogar um 7 % unter der Vorjahreslinie.

Gesicherte Qualität in der Milcherzeugung
Das Lebensmittel „Milch“ hat für den Konsumenten einen äußerst hohen Stellenwert, der nicht zuletzt auf die sorgfältige Arbeitsweise der österreichischen Milcherzeugerbetriebe zurückzuführen ist. Die kontinuierliche Verbesserung des Tiergesundheitsstatus in den Betrieben des Tiergesundheitsdienstes wird durch die Umsetzung von Tiergesundheitsdienstprogrammen wie beispielsweise dem Programm „Erhaltung der Eutergesundheit und Qualitätssicherung in der Milcherzeugung“ forciert. Im vergangenen Jahr haben ca. 4.000 niederösterreichische Milcherzeugerbetriebe an diesem Programm teilgenommen. Zu den Programminhalten zählen die Setzung realistischer Ziele hinsichtlich Zellgehalt der Tankmilch, die Optimierung de Melkvorgangs und eine regelmäß9ge Kontrolle der Eutergesundheit. Darüber hinaus wird besonderer Wert auf eine tiergerechte Aufstallung und Fütterung gelegt, das gesunde Lebensmittel nur von gesunden Tieren gewonnen werden können.

40 Jahre Eutergesundheitsdienst in NÖ
Die Steigerung der Milchqualität, die Verbesserung der Melkhygiene und Erhaltung es Eutergesundheitsdienstes ist in NÖ seit vielen Jahren Ziel der Milchbauern, Molkereien und der Beratung. Am 24. September 1969 fand die Gründungsversammlung der ARGE für Rohmilchuntersuchung und Eutergesundheit gemeinsam mit der NÖ Landesregierung, der NÖ Landwirtschaftskammer, der Milchprüfringe, den damals noch über 25 Molkereien, dem Milchwirtschaftsfonds, Molkereiverband für NÖ und der NÖ Tierärztekammer statt. Später wurde der EUGD später in Euterkontrolldienst umbenannt, die Weiterbildung für Tierärzte und Milchbauern forciert und die bakteriologische Milchuntersuchung mit dem Antibiogramm im planmäßigen Eutergesundheitsdienst verankert. Da die Eutererkrankung eine Faktorenerkrankung ist, die viele Ursachen haben kann, wurden in den letzten 40 Jahren vielfältige Forschungsarbeiten, Maßnahmen und Hygienevorschriften entwickelt, um diese betriebswirtschaftlich so bedeutsame Erkrankung der Milchdrüse zu vermeiden. Alle bewährten, erfolgreichen Empfehlungen und Maßnahmen sind auch im aktuellen „Geförderten Programm zur Erhaltung der Eutergesundheit und Qualitätssicherung in der Milcherzeugung“ berücksichtigt.

Milchwirtschaftliche Fachtagungen im Jänner 2010
Jahr für Jahr planen und organisieren die Bezirksbauernkammern in NÖ teilnehmerorientierte Milchwirtschaftliche Fachtagungen. Neben der Darstellung der Situation und Entwicklung der Rinder- und Milchwirtschaft im Bezirk, werden tiergesundheitliche Themen, Eutergesundheit, Qualitätssicherung sowie Themen zum Milchmarkt, Milchpreis und Neuerungen der EU-Milchmarktordnung behandelt. Auch produktionstechnische, betriebswirtschaftliche Themen sowie Marketing im Milchbereich sind Vortragsthemen.

Die genauen Termine finden Sie unter www-lk-noe.at

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Aktualisiert am: 27.12.2009 21:49
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