Milch – wie gesund ist sie?

Die Milch gilt unter Ernährungswissenschaftlern nicht als Getränk, sondern als Lebensmittel. Als eigene Zwischenmahlzeit liefert Milch ein Komplettpaket wichtiger Nährstoffe. Wie steht ihr Wert im Vergleich zu Schaf- und Ziegenmilch?
Dass Milch gesund und wichtig in der Ernährung ist, weiß eigentlich jeder.
Dass Milch gesund und wichtig in der Ernährung ist, weiß eigentlich jeder.
Bei der Betrachtung der enthaltenen Mineralstoffe zeigt Milch ihre Stärke. Besonders beim Kalzium sticht die Milch als ernährungsphysiologisch bedeutsam hervor, denn Milch und Milchprodukte sind die wichtigsten Kalziumquellen in der Ernährung. Kein anderes Lebensmittel vermag uns den für den Aufbau und die Stabilisierung von Knochen und Zähnen so wichtigen Mineralstoff in solchen Mengen zu liefern. Kalzium spielt unter anderem auch eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung und für die Funktion von Nerven und Muskeln. Mit Magnesium, Kalium, Phosphor, Jod und Zink liefert die Milch weitere essenzielle Mineralstoffe.

Vorteile in der Ernährung
Auch angesichts der Vitamine hat Milch Vorteile. Sie enthält in nennenswerter Menge das fettlösliche Vitamin A, welches am Sehvorgang beteiligt ist und bei der Bildung von Haut und Schleimhautzellen eine Rolle spielt. Die enthaltenen Vitamine der B-Gruppe regeln als Enzymbestandteile den Energiestoffwechsel. Zu betonen sei insbesondere der Gehalt an Vitamin B12, welches in der Ernährung nur über tierische Produkte aufgenommen wird. Bei einer lakto(ovo)-vegetabilen Ernährungsweise ist die Gruppe der Milchprodukte die einzige ausreichende Quelle für dieses Vitamin, das als Coenzym im Stoffwechsel praktisch von jeder Körperzelle benötigt wird.

Schaf- und Ziegenmilch
In den letzten Jahren hat die Popularität von Schaf- und Ziegenmilch zugenommen. Mit einem Anteil von jeweils 0,3 und 0,4 % an der gesamten Milchproduktion in Österreich ist ihre Bedeutung nach wie vor gering, die Menge produzierter Ziegenmilch stieg jedoch zwischen 2004 und 2006 um 12 % an.
Obwohl sie der Kuhmilch von der Zusammensetzung her im Wesentlichen ähneln, werden ihnen doch gewisse Vorteile zugeschrieben. Während vieles davon wissenschaftlich nicht haltbar ist, zeichnen sich beide im Vergleich mit Kuhmilch durch eine höhere Zahl an kleinen Fettkügelchen aus. Diese sind durch die Fett abbauenden Enzyme besser angreifbar und somit leichter verdaulich. Da sie feiner gerinnen, können auch die Proteine in Schaf- und Ziegenmilch besser abgebaut werden und zeichnen sich durch eine leichtere Verdaulichkeit aus. Entsprechend ihrem höheren Fettgehalt sind Schaf- und Ziegenmilch reicher an fettlöslichen Vitaminen. Nennenswert sind hier vor allem der Gehalt an Vitamin A und D der Ziegenmilch. Schafmilch liegt hier etwas niedriger, deutlich mehr Vitamin E als Kuhmilch enthalten aber beide, und Schafmilch liefert dafür mehr Kalzium als die beiden anderen Milchsorten (etwa 1,5 mal mehr).
Schaf- und Ziegenmilch werden oft als Alternativen für Kuhmilchallergiker angepriesen. Dies ist jedoch nur bei Allergien gegen spezifische Kuhmilchproteine der Fall. Aufgrund der Ähnlichkeiten in der Proteinstruktur können Betroffene jedoch auch auf Ziegen- und Schafmilch reagieren, so dass Vorsicht geboten ist. In Hinblick auf den Laktosegehalt unterscheiden sich die drei Milcharten nicht. Somit sind sie auch für Menschen mit Laktoseunverträglichkeit nicht besser geeignet.

Stutenmilch
Durch den hohen Anteil an Albuminen wird die Stutenmilch auch als Albuminmilch bezeichnet. Sie ist in ihrer chemischen Zusammensetzung der Frauenmilch am ähnlichsten. Da die Milch aufgrund ihres hohen Albuminanteils beim Erhitzen gerinnt, kann sie auch nicht wärmebehandelt werden. Stutenmilch kann für Säuglinge im Einzelfall sinnvoll sein. Der niedrige Energiegehalt muss allerdings durch einen Zusatz von 2,5%igem Keimöl ausgeglichen werden. Eine kurze Haltbarkeit, schwierige Beschaffung und der hohe Preis erschweren allerdings eine allgemeine Verwendung.

Autorin: Dipl.-Päd. Mag. Ingrid WEINHANDL, HLA für Land- und Ernährungswirtschaft,
Schulverein der Grazer Schulschwestern


Aktualisiert am: 04.09.2009 12:28
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