Melktechnik: Wer melkt und füttert morgen meine Kühe?

Die EuroTier 2008 brachte den Besuchern eine große Vielfalt innovativer Melk- und Fütterungstechnik. Automatisierung war das Schlagwort am Messegelände. Wir haben die Highlights für Sie zusammengefasst.
Die EuroTier bot einen Einblick in eine immer größere Technikvielfalt sowohl im Bereich Melken, als auch in der Fütterung.
Die EuroTier bot einen Einblick in eine immer größere Technikvielfalt sowohl im Bereich Melken, als auch in der Fütterung.
Trotz des Fehlens eines bedeutenden Herstellers von Melk- und Fütterungstechnik bot die EuroTier2008 in Hannover einen interessanten Überblick über den derzeitigen Stand der Technik mit Neuentwicklungen, zahlreichen Weiterentwicklungen und Verbesserungen.

Konventionelle Melktechnik
Entsprechend den bei Hochleistungstieren erheblich gestiegenen Minutengemelken haben alle Hersteller generell ihre Milchleitungen und Milchschläuche durch entsprechende strömungsgünstige Querschnitte und ihre Sammelstücke sowohl von der Größe als auch der Form her auf die hohen Milchflüsse abgestellt. Auch materialmäßig bieten sie dem Milchviehhalter verschiedene Alternativen an. Moderne Elektronik eröffnet dem Melker weite Spielräume bei der Anpassung der Pulsation an herden- und tierspezifische Gegebenheiten sowie beim Nachmelken, der automatischen Melkzeugabnahme und nicht zuletzt bei der Zwischenreinigung/-desinfektion der Melkzeuge.

Leistungs- und Tierüberwachung
Die bisherige Milchleistungserfassung konzentrierte sich auf die exakte Messung der Gemelke der einzelnen Kühe. Mit dem auf der EuroTier2008 vorgestelltem Analysesystem IMA wird während des Melkens der Fett-, Eiweiß- und Laktosegehalt erfasst. Außerdem erkennt das Analysesystem IMA Veränderungen der Zellgehaltswerte sowie erhöhte Blutanteile in der Milch. Das IMA Analysesystem basiert auf Nahinfrarottechnik. Die erfassten, graphisch am Rechner dargestellten Werte ermöglichen eine intensivere Überwachung des Kuhbestandes, vor allem der Leistungsdaten.
Ein neu entwickelter Fußbandsender (Pedometer) unterscheidet zwischen aktiven Zeiten und Ruhezeiten der Kühe. Neben der Aktivität der Kühe können auch die Liegezeit und die Liegeereignisse (z.B. Häufigkeit des Liegens) erfasst und damit das tägliche Fruchtbarkeits- und Gesundheitsmanagement verbessert werden.

Fazit zur EuroTier2008
Der Einsatz der Elektronik in allen Bereichen der Melk- und Fütterungstechnik sowie bei der Herdenüberwachung und beim Herdenmanagement nimmt mit weiter steigenden Herdenbeständen zur Entlastung des Milchviehhalters stark zu. Das Schlussglied dieser Hightech-Entwicklung bilden gegenwärtig die automatischen Melk- und Fütterungssysteme.
Dieser generelle Trend wird verstärkt durch eine immer größere Technikvielfalt sowohl im Bereich Melken wie auch in der Fütterung. Das erschwert zweifellos die Übersicht und die Beurteilung klarer Entwicklungslinien und die Auswahl der geeigneten Technik für den Einzelbetrieb. Die schwierige Milchpreissituation und die zukünftig zu erwartende Wettbewerbssituationen verlangen, dass Investitionen noch gründlicher überdacht werden müssen als bisher. Die EuroTier 2008 bot dazu eine qualifizierte Plattform, da das technische Ausstellungsangebot ergänzt wurde durch zahlreiche Fachvorträge.

Autor: Prof. Dr. Josef ECKL, Fachhochschule Weihenstephan (D)


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Aktualisiert am: 09.12.2008 15:25
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