Melkstandtechnik heute

Bei den heutigen größeren Milchviehlaufställen gehören Melkstände beziehungsweise automatische Melksysteme zur Standardausrüstung. In Ausführung und Anforderung an das Melkpersonal gibt es zwischen den Typen große Unterschiede.





Das stehende Melken belastet den Rücken weit weniger als die gebückte Haltung in anderen Systemen.
Das stehende Melken belastet den Rücken weit weniger als die gebückte Haltung in anderen Systemen.
Mit zunehmender Automatisierung einzelner Routinearbeiten wird der Melker entlastet; die Anzahl bedienbarer Melkzeuge erhöht sich und damit auch die Durchsatzleistung. In gut automatisierten Gruppenmelkständen sowie bei günstigen Herdenbedingungen kann eine Melkperson durchaus 2x6 bis 2x8 Melkzeuge bedienen.

Wie viele Kühe von einem Melker stündlich gemolken werden können, ist abhängig von der Routinearbeit, die je Kuh benötigt wird. Zahlreiche Messungen zeigen, dass es hier zwischen den einzelnen Betrieben erhebliche Abweichungen gibt. Ohne Einsatz von Zusatztechniken liegen die Werte bei 1,5 bis 2 Minuten je Kuh und Melkzeit. Kommt der Melker mit 1,5 Minuten Routinearbeit je Kuh aus, dann kann er stündlich (60 Min. / 1,5 Min./Kuh) 40 Kühe melken. Benötigt er 2 Minuten für Routinearbeiten, dann kann er dagegen nur 30 Kühe melken.

Die Melktechnik wurde in den letzten Jahrzehnten durch den Einsatz moderner Elektronik weiterentwickelt und geprägt. Im Einzelfall gilt es, die Technik, den Melkstand und die technischen Zusatzausrüstungen auf die jeweiligen spezifischen betrieblichen Anforderungen und Vorstellungen abzustimmen. Eine nicht genutzte Übermechanisierung bedeutet eine zusätzliche Kostenbelastung; eine Mindermechanisierung Zusatzbelastungen und Zusatzarbeiten an 365 Jahrestagen.

Voraussetzung für eine gut funktionierende Melktechnik ist eine fundierte Planung sowie eine fachgerechte Montage der Anlage. Nicht zuletzt sei der Service erwähnt, der auftretende Störungen innerhalb kürzester Zeit beseitigen kann. Durch spezielle Serviceangebote einzelner Hersteller wird der Kunde auch nach dem Anlagenkauf intensiv betreut.

Autor: Prof. Dr. Josef Eckl, Fachhochschule Weihenstephan


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Aktualisiert am: 12.05.2005 17:02
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