Melkstand: Neu- oder Umbau – worauf ist zu achten?

Den alten Melkstand umbauen oder neu bauen? Ziele bei einer Erneuerung sind in der Regel ein höherer Durchsatz des Melkstandes bei gleichzeitig guten Bedingungen für Mensch und Tier sowie erträgliche Kosten.
Der Fischgrätenmelkstand ist nach wie vor der am häufigsten gebaute Melkstand.
Der Fischgrätenmelkstand ist nach wie vor der am häufigsten gebaute Melkstand.
Die Melkanlagenhersteller bieten vom einfachsten Melkstand bis zum Melkroboter alles an und versprechen höchste Durchsätze. Wichtig ist jedoch, dass man Realist bleibt und weiß: Wunder finden auch beim Melken nicht statt. Von einem Melker können mit moderner Melktechnik im Durchschnitt 65 Kühe in der Stunde fachgerecht gemolken werden.
Um diesen Durchschnittswert kann die Spanne zwischen Minimum und Maximum recht groß sein kann. In diesem Beitrag zum Melkstandum- oder -neubau bleibt das Thema Melkroboter ausgespart. Dazu ist in jüngster Zeit viel und Positives geschrieben worden.

Was reduziert den Durchsatz in den Melkständen?
- Stark verschmutzte Euter
- Schwer- und Langsammelker (etwa 30 % der Kühe melken länger als 8 Minuten)
- Schwermelkende Euterviertel nach Vorschädigung
- Abnorme Zitzenstellungen und zu geringer Bodenabstand
- Schlechte Becherhaftung, Lufteinbrüchen und Melkzeugabsturz
- Zu große oder zu kleine Zitzenabstände mit schlechter Becherhaftung
- „Dreigestrichte“ Kühe
- Melkzeugzwischendesinfektion von Hand
- Melken in die Kanne (Kolostrum, „Sperrmilch“) und Einmelken von Kalbinnen
- Euterbehandlungen
- Verzögertes Betreten des Melkstandes durch die Kühe

Und was steigert den Durchsatz?
- Selektion der Herde auf Melkdauer – Ausmustern der Langsammelker
- Optimales Anrüsten
- Saubere Euter durch optimale Aufstallung
- Ansetzen unter Beachtung der Melkdauer: die langsamsten Kühe zuerst
- Minimieren von Blindmelkzeiten
- Optimale Funktion der Abnahme- oder Nachmelktechnik
- Ruhiges Treiben, schneller Tierwechsel; mechanische Treiber im Vorwartehof
- Mechanischer Schnellaustrieb (nur ab 2 x 8 Plätzen sinnvoll)
- Automatisierte Melkzeugzwischendesinfektion

Autor: Prof. Dr. Fritz TRÖGER, Leipzig (D)


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Aktualisiert am: 25.03.2010 10:49
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