Melkroboter voll auslasten

Sie wollen Ihren alten Stall samt Melktechnik erneuern und stehen vor der Entscheidung: Melkstand oder Melkroboter? Der folgende Beitrag zeigt, wie Sie Ihr Kapital richtig einsetzen.
Die Arbeitseinsparung durch den Melkroboter klingt verlockend – aber aufgepasst: Die Einnahmen müssen die höheren Ausgaben auch decken.
Die Arbeitseinsparung durch den Melkroboter klingt verlockend – aber aufgepasst: Die Einnahmen müssen die höheren Ausgaben auch decken.
Verschiedene betriebswirtschaftliche Vergleichskalkulationen zeigen, dass die Kosten für die Milchgewinnung mit dem Melkroboter ähnlich hoch sind wie bei einem sehr gut ausgerüsteten Melkstand, wenn mit einem Lohnansatz zwischen 13 und 17 €/Stunde gerechnet wird. Die höheren Kosten für den Melkroboter können durch eingesparte Arbeitskosten ersetzt werden. Diese Kalkulationen gehen jedoch davon aus, dass der Melkroboter voll ausgelastet ist. Dies ist mit einem Kuhbestand von 60 – 70 Kühen und einer produzierten Milchmenge von rund 450.000 bis 500.000 kg pro Jahr der Fall.
Da in Österreich wenige Betriebe diese Ausgangssituation haben, müssen Sie bei der Anschaffung eines Melkroboters die Entwicklungsschritte bis zum Zielbestand in Ihrer Kalkulation mit berücksichtigen.

Fazit
Der arbeitswirtschaftliche Vorteil des Einsatzes eines Melkroboters kann verlockend sein, jedoch erfordert die wirtschaftliche Nutzung einen Kuhbestand von 55 – 70 Kühen mit hohem Leistungsniveau und die dazu notwendigen Lieferrechte. Damit Investitionen in diesen Bereich kein finanzielles Abenteuer werden, sind immer ausgehend von der einzelbetrieblichen Situation solche Wachstumsschritte umfassend zu kalkulieren. Wenn Sie auch mögliche Alternativen und Preisszenarien prüfen, können Sie die mit der Investition verbundenen Risiken einschätzen.

Landwirt-Tipp
Die LK Oberösterreich veranstaltet am 6. November einen Informationstag „Melkroboter“ im Haus der Landwirtschaft in Wels und informiert umfassend über automatische Melksysteme.

Es wird um Anmeldung bis spätestens 10 Tage vor Veranstaltungsbeginn gebeten: LFI-Kundenservice: Telefon 0732/6902-1500, Fax 0732/6902-1517, E-Mail: lfi@lk-ooe.at oder www.lfi-ooe.at

Autor: DI Franz HUNGER, LK Oberösterreich


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Aktualisiert am: 09.10.2007 10:42
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