Melkroboter und Weide

Dass sich Melkroboter und Weide vertragen, beweisen drei bayerische Betriebe.
Je nach Laktationsstadium soll auch im Sommer die Melkfrequenz im Mittel zwischen 2,2-2,7 liegen. Foto: Scholz
Je nach Laktationsstadium soll auch im Sommer die Melkfrequenz im Mittel zwischen 2,2-2,7 liegen. Foto: Scholz
Auch Bio-Weidebetriebe stellen zunehmend auf automatische Melksysteme (AMS) um. Dabei stehen die Ziele die Arbeitsbelastung zu senken bzw. im Tagesverlauf flexibler zu werden an erster Stelle. Die freien Stunden werden für andere Betriebszweige, eine Aufstockung oder mehr Freizeit genutzt. Auf die Weidehaltung können und wollen die Betriebe nicht verzichten. Weide ist für die Bio-Wirtschaftsweise und höherpreisige Vermarktung der Bio-Milch unabdingbar. Drei Betriebe in Bayern zeigen, dass die Kombination AMS und Weide sehr gut funktionieren kann.

Freier Zugang zur Tagweide

Georg und Elisbeth Hallweger bewirtschaften seit rund 20 Jahren ihren Betrieb biologisch. Zwei Generationen leben von der Milchwirtschaft, der Almhüttenbewirtschaftung, der Waldnutzung und vom Winterdienst. Zur Zeit der Bio-Umstellung wurden 27 Kühe in Anbindehaltung und traditioneller Portionsweide gehalten. In den Folgejahren wurde der Altstall umgebaut und durch einen Zubau erweitert und auf Kurzrasenweide (5 ha) umgestellt. 2014 wurde das AMS eingebaut und der Kuhbestand auf 70 Tiere erhöht. Die Weidefläche konnte durch Pacht auf bis zu 8 ha erweitert werden. 2015 wurden verschiedene Weide-AMS-Varianten mit zeitlich fixierter Tag-Weidehaltung aller laktierenden Kühe gemeinsam erprobt. Die im Schnitt knapp 60 laktierenden Kühe/AMS konnten dabei aber nicht zufriedenstellend oft gemolken werden. Durch den Einbau von Weidetriebwegruten wurde dann ein freier Weidezugang über den Tag erreicht. Um nicht zu häufig Kühe mit Melkanrecht holen zu müssen, wird auch hier über die Tränke, die es nur im Stall gibt, regulierend eingegriffen. Am Morgen wird den Kühen ein freier Weidezugang ermöglicht, wobei jedoch nur gemolkene Kühe auf die Weide gehen können. Abends müssen je nach Witterung etwa fünf bis acht Kühe in den Stall getrieben werden, nachts verbleiben alle Laktierenden im Stall. Die trockenstehenden Kühe werden getrennt gehalten und haben maximalen Weidegang.

Leistungssteigerung mit mehr Kraftfutter

Den Bio-Lieferanten der Milchwerke Berchtesgarden werden Wintermilchzuschläge bezahlt – die AMS-Betriebe setzen daher auf Herbst-Winterabkalbungen. Foto: Scholz
Den Bio-Lieferanten der Milchwerke Berchtesgarden werden Wintermilchzuschläge bezahlt – die AMS-Betriebe setzen daher auf Herbst-Winterabkalbungen. Foto: Scholz
Der Betriebsleiter stellte heuer bei den Laktierenden eine weniger gute Nutzung der Kurzrasenweide fest. Vor allem die weiter entfernten Ecken der Weide leiden unter dem höheren Ergänzungsfutterangebot im Stall. Ein gezieltes Zwischenkoppeln wird hier in Zukunft angedacht. Die Milchleistung ist nach der AMS Umstellung um etwa 10 % auf 7.000 kg gestiegen, es wird aber auch dementsprechend mehr Kraftfutter benötigt. Im Stall wird im Sommer eine Mischration aus Heu und Grassilage (oder Grünfütter) sowie 1 kg Kraftfutter/Kuh gefüttert. Im AMS erhalten die Kühe je nach Leistung zwischen 1–6 kg Kraftfutter pro Tag. Auf Grund des deutlich höheren Wintermilchpreises (+ 3–4 Cent/kg) sowie der besseren AMS Auslastbarkeit im Winter strebt der Betrieb mittelfristig eine Herbst-Winterabkalbung an. Im Sommer wird derzeit mit den spätlaktierenden Kühen eine Melkfrequenz von 2–2,2 erreicht, im Winter liegt die Melkfrequenz bei 2,7.

In Ausgabe 3/2017 lesen Sie über zwei weitere Betriebe, die Weidehaltung und Melkroboter unter einen Hut bringen.

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Aktualisiert am: 25.01.2017 16:15
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