Mehr als nur ein Kranwagen!

Der Kärntner Forst-Dienstleister Klemens Tropper und der Spezial-Maschinenbauer Dietmar Bürger haben einen einachsigen Kranwagen für die Schwachholzernte entwickelt, der viele Systemvorteile bietet.

Die Kunden von Tropper sind von der Technik begeistert.
Die Kunden von Tropper sind von der Technik begeistert.
Dieser Kranwagen lässt sich an jedem Standardtraktor anbauen. Er wird mit dem Dreipunktgestänge verbunden und über die Hydraulik des Traktors versorgt. Der Kranwagen selbst besitzt wiederum ein Dreipunktgestänge – eine Standard-Fronthydraulik – für die Aufnahme diverser Forstgeräte.

Die Technik
Das vielseitig einsetzbare Gerät besteht aus einem Forstkran, der auf einem einachsigen Untergestell montiert ist. Reichweite und Hubkraft sind natürlich von der Type des verwendeten Krans abhängig. Das einachsige Untergestell selbst wird mit der Dreipunkthydraulik des Traktors verbunden. Die Ölversorgung für die gesamte Technik wird von der Traktorhydraulik übernommen. Dazu wurde ein zusätzlicher elektrisch bedienbarer Hydraulikblock unter der rechten Stiege des Traktors montiert. Die gesamte Kransteuerung wird von diesem Block aus bedient. Die Hydraulikleitungen werden mittels zwei Synchro-Lock-Blöcken einfach und rasch gekuppelt. Um effizient arbeiten zu können, haben die Konstrukteure den Drehsitz auch mit zwei Joysticks für die Kransteuerung ergänzt.

Die Arbeit im Wald
Gefällt wird nach wie vor händisch. Danach beginnt aber schon der Auftritt des Maschinisten Tropper. Mit seiner hohen Beweglichkeit zirkelt er die ganzen Stämme aus dem Bestand heraus. Um die Beweglichkeit im Gelände und im Bestand weiter zu erhöhen, ist die Achse des Kranwagens lenkbar ausgeführt. Sie wird über ein doppelt wirkendes Proportionalsteuergerät des Traktors bedient. Die Standfestigkeit erhöht Tropper mit dem drückenden Hubwerk des Traktors, in dem er Gewicht vom Traktor auf die Kranachse überträgt.
Nadelbäume rückt Tropper als Ganzes auf einen ersten Lagerplatz, wo sie später mit dem Prozessor aufgearbeitet werden. Astholz hebt Tropper mit seinem mobilen Kran auf einen befestigten Platz, wo der Waldarbeiter die Entastung durchführt. Die Entastungsarbeit und das Ablängen von Stammholz lassen sich mit dieser Technik schneller, einfacher, mit geringerem körperlichem Einsatz und vor allem sicherer durchführen. Die Aufräumungsarbeiten und das Sortieren von Stammholz übernimmt Tropper natürlich auch mit seinem Einachs-Kranwagen.

Ausblick
Obwohl das System ausgereift und serienreif ist, denkt Tropper schon über die nächsten Verbesserungen bzw. Einsatzmöglichkeiten nach. Eine Wasserfüllung in den Rädern oder gar eine Triebachse unter dem Kran würden z.B. die Standfestigkeit und die Geländegängigkeit dieses Gefährts weiter verbessern. Weiters planen die Konstrukteure den Einbau einer Getriebeseilwinde bzw. den Anbau eines Holzhackers mit einer seitlichen Beschickung.
Die Flexibilität dieses Systems zeigt sich auch beim An- und Abbau an den Traktor. Ruck-zuck ist es abgehängt und ein anderes Gerät zum Einsatz bereit. Klemens Tropper ist auch Dienstleister für Böschungsmähen und Wege freischneiden. Oft wird er auch zu so genannten Problemschnitten in Dörfern gerufen. Auf diese Art und Weise kommt Tropper auf eine hohe Auslastung seines umfangreich ausgestatteten Standardtraktors, dessen Bedien- und Systemvorteile er während des gesamten Jahres nutzen kann. Voraussetzung dafür ist ein gut ausgebautes Wegenetz.

Weitere Bilder und ein Video finden Sie auf www.landwirt.com/landechnik

Autor: Ing. Johannes PAAR, Bad Blumau


Aktualisiert am: 20.03.2009 10:06
Landwirt.com Händler Landwirt.com User