Mehr Schweineschlachtungen in Deutschland im ersten Quartal

Obwohl die Gesamtfleischerzeugung leicht zurückging, gab es im ersten Quartal 2013 mehr Schweineschlachtungen als 2012. Grund sind niedrigere Schlachtgewichte. Die Dumpinglohn-Vorwürfe Belgiens zwingen die Beteiligten zum Handeln.
Die deutschen Schlachtzahlen des ersten Quartals 2013 stiegen.
Die deutschen Schlachtzahlen des ersten Quartals 2013 stiegen.
Im ersten Quartal 2013 wurden in den deutschen gewerblichen Schlachtbetrieben 2 Mio. t Fleisch produziert. Damit fiel die Gesamtfleischerzeugung um 0,1 % geringer aus als im Vorjahr, teilt das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Die Produktion von Schweinefleisch ist jedoch - nach einem Rückgang im vergangenen Jahr - wieder gestiegen, und zwar um 1,2 %. Mit 14,7 Mio. Stück erreichten die Schweineschlachtungen damit in den ersten drei Monaten dieses Jahres einen Höchststand. Das durchschnittliche Schlachtgewicht fiel jedoch niedriger aus, sodass die erzeugte Schlachtmenge von 1,39 Mio. t das Rekordergebnis des Vergleichszeitraums 2011 knapp verfehlte. 92 % der insgesamt geschlachteten Schweine stammten aus inländischer Produktion, 8 % wurden importiert.

Erste Gespräche über Lohndumping
Die in den vergangenen Monaten wiederholt geäußerte Kritik an den Arbeitsbedingungen in der deutschen Fleischindustrie hat jetzt zu ersten politischen Konsequenzen geführt. Ende April haben sich in Niedersachsen der Wirtschafts- und der Landwirtschaftsminister mit Vertretern der Fleischindustrie getroffen, berichtet die "Agrarzeitung". "Die erschreckend hohe Zahl von Werkverträgen und die Berichte über Ausbeutung und Dumpinglöhne in dieser Branche zwingen zum gemeinsamen Handeln", erklärte Agrarminister Christian Meyer.
In dem Gespräch mit sechs Unternehmen der niedersächsischen Fleischindustrie mit insgesamt mehreren tausend Beschäftigten wurde in einer Reihe von Punkten Einigkeit erzielt. Olaf Lies, Landesminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, bezeichnete die Ergebnisse als "Schritt in die richtige Richtung". Konkret erwirkten die Ressortchefs von den Unternehmensvertretern die Zustimmung zur Einführung eines bundesweiten Mindestlohns. Die Unternehmen wollen den Anteil sozialversicherungspflichtig Beschäftigter erhöhen. Dies gelte auch für Arbeitnehmer aus dem Ausland.

Hintergründe zum Lohndumping
Vor Kurzem hatte sich Belgien bei der EU beschwert und deutschen Herstellern Lohndumping vorgeworfen. Ein großer Teil der ausländischen Arbeitnehmer werde zu geringen Löhnen und ohne deutsche Sozialversicherung beschäftigt. Auch österreichische Verarbeiter und Schweinemäster haben wiederholt kritisiert, dass deutsche Schlachtbetriebe mit billigen Leasingarbeitern (vorwiegend aus Osteuropa) zu wesentlich günstigeren Kosten produzieren können und damit auch in der Alpenrepublik einen verstärkten Preisdruck ausüben.

Aktualisiert am: 21.05.2013 14:53
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