Mehr Biogas von spätreifen Maissorten?

Späte Sorte gleich mehr Trockenmasse gleich mehr Methan – dass diese Gleichung stimmt, zeigt ein Versuch der Landeslandwirtschaftskammer Steiermark. Es müssen aber ein paar Voraussetzungen gegeben sein.


Mehr Trockenmasse durch späte Sorten
Mehr Trockenmasse durch späte Sorten
Vergleicht man die letzten drei Jahre, so wäre der Anbau von Maissorten der Reifegruppe FAO 600 selbst im relativ kühleren Jahr 2001 noch möglich gewesen. Der alleinige Anbau von spät reifenden Maissorten ist jedoch nicht zu empfehlen. Durch diese Sorten lässt sich nicht nur das Trockenmassebildungsvermögen des Standortes verbessern, sondern auch die Erntekampagne von ca. 11 Tagen, in welchen die Trockensubstanz von 32 % auf 36 % steigt, auf ca. 25 Tage strecken, wenn jeweils 50 % frühe und 50 % späte Sorten angebaut werden.
Zusammenfassend kann Folgendes zum Anbau von spät reifenden Maissorten bis zu einer Reifezahl FAO 600 zur Biogaserzeugung festgehalten werden:
Der Anbau lohnt sich, sofern die örtlichen Temperatursummen mindestens 1.600 °C bis spätestens Mitte Oktober erreichen. Dies war in den Ackerbaugebieten der Steiermark, Burgenlands und Niederösterreichs in den letzten drei Jahren möglich.
Der Anbau spätreifer Maissorten erlaubt die Ausschöpfung eines größeren Trockenmassepotentials und damit eine erhöhte Methangasbildung pro Hektar.
Die Ernte der Maissorten darf nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt bezogen, sondern anhand ihres physiologischen Reifestadiums –sprich frühe Teigreife, bei einem TS-Gehalt von 32 % bis maximal 36 % - erfolgen. Zu späte Ernten führen zu Verlusten der Methanausbeute von bis zu 30 %.

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Aktualisiert am: 19.01.2004 14:45
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