Maul- und Klauenseuche in Südkorea: Drei Millionen Schweine gekeult

Der jüngste Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Südkorea ist nun auch auf Nordkorea übergesprungen und scheint dort außer Kontrolle geraten zu sein. In Südkorea wurde bereits ein Drittel des Schweinebestandes gekeult.
Mehr als 10.000 Zugochsen, Milchkühe und Schweine haben sich nun auch in Nordkorea mit der Maul- und Klauenseuche infisziert.
Mehr als 10.000 Zugochsen, Milchkühe und Schweine haben sich nun auch in Nordkorea mit der Maul- und Klauenseuche infisziert.
Südkorea hatte innerhalb der vergangenen zehn Jahre in rascher Reihenfolge drei Ausbrüche von MKS zu verzeichnen. Die jüngste Infektion allerdings ist auf Grund des kalten Wetters und einer verzögerten Reaktion seitens der Regierung nur schwer zu stoppen. Juan Lubroth von der UN-Organisation für Nahrung und Landwirtschaft (FAO) bemerkte kürzlich, der Umfang dieses MKS-Ausbruchs sei schlimmer als alles, "was wir in mindestens in den letzten 50 Jahren gesehen haben". Einigen Berichten zufolge soll Nordkorea die FAO um Hilfe ersucht haben, allerdings hat die UN-Organisation dies bisher nicht bestätigt. Auch mit Südkorea scheint der Norden im Bezug auf den MKS-Ausbruch nicht an einen Tisch zu kommen. Da Nordkorea einen chronischen Mangel an Nahrungsmitteln verzeichnet, werden dort infizierte und gefährdete Tiere nicht gekeult, wie es im Süden des Landes der Fall ist.

Behörden ordnen Schlachtungen an: Ein Drittel des Schweinebestandes gekeult

In Südkorea sind bisher rund 150 MKS-Fälle bestätigt worden. Um die Tierseuche aufzuhalten, haben die Behörden die Schlachtung von Tieren innerhalb eines jeweiligen Quarantänegebietes rund um die Infektionsfälle angeordnet. Daher sind seit Beginn des Ausbruchs im November mehr als drei Millionen Schweine - etwa ein Drittel des gesamten südkoreanischen Bestandes - und 150.000 Rinder (rund fünf Prozent des Bestandes) getötet worden. Südkorea schätzt die Kosten der Beihilfen für die betroffenen Farmer derzeit auf mehr als zwei Milliarden US-Dollar.

Einfuhrzoll auf Schweinefleisch verringert

Üblicherweise produzieren Südkoreas Farmer etwa 70 Prozent des jährlichen Inlandsverbrauchs selbst, in diesem Jahr wird die Erzeugung aber wohl höchstens 50 Prozent erreichen. Um eine Verknappung der meist gegessenen Fleischsorte zu verhindern, hat die Regierung den Einfuhrzoll auf Schweinefleisch verringert, während der Großhandel die Importe erhöht hat. Im Januar lagen die Schweinefleischeinfuhren um 46 Prozent über denen des Januars 2010. Dennoch sind die Großhandelspreise für Schweinefleisch im Jahresvergleich um rund 50 Prozent gestiegen. In Nordkorea ist MKS unbestätigten Berichten zufolge bereits im Dezember aufgetreten, die staatliche Nachrichtenagentur hat den Ausbruch aber erst in der vergangenen Woche bestätigt. Demnach wurden bisher mehr als 10.000 Zugochsen, Milchkühe und Schweine infiziert, von denen mehrere tausend verendet seien, so Dow Jones (Quelle: agrarheute.com).


Aktualisiert am: 17.02.2011 13:46
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