Mastschweinepreise 2010 kaum besser

Vom abgelaufenen Jahr 2009 sind die Schweinemäster im Grunde enttäuscht. Wie schätzen die Marktexperten vom größten EU-Schweineproduzenten die Preisentwicklung 2010 ein?
Lesen Sie dazu den Kommentar von Dr. Frank Greshake, Marktexperte der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (D).

Zahl der Schweineschlachtungen 2009 nochmals gesteigert

Mit 56,3 Mio. Schweineschlachtungen legen diese gegenüber 2008 noch einmal um 2,4 % zu. Aber es hapert am Absatz. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat den Wirtschaftsaufschwung in Osteuropa gelähmt. Die Exporte waren immer wieder von Unterbrechungen und Rückschläge gekennzeichnet. Das wieder steigende Angebot führte dann Ende des Jahres 2009 zu einem völlig unbefriedigenden Erlösniveau.

Hoffnungsmarkt „Export“

Im Export sind die osteuropäischen Staaten weiterhin die Hoffnung, weil sich die dortige Schweineproduktion nicht so recht erholt. Russland will seine eigene Schweineproduktion ausbauen und plant, die Lebendimporte – derzeitiger Zollsatz 5 % innerhalb des Kontingentes – deutlich zu verteuern. In Asien gibt es zwar Bedarf, aber auch China setzt eher auf Ausweitung der eigenen Erzeugung und nutzt dafür alle politischen Mittel. Hinzu kommt der hohe Euro-Kurs. Brasilianer und Amerikaner werden zumindest bis Mitte 2010 von den unausgeglichenen Währungsparitäten profitieren und die europäischen Exporte erschweren.

Mastschweinepreise 2010

Im Grunde geht es erst einmal weiter wie gehabt. Die verschobenen Schlachtschweinemengen von Ende 2009 müssen erst einmal abgebaut werden. In Europa wird die Schweineproduktion 2010 steigen. Die Marktexperten sagen ein Plus von 1,5 % voraus. Das muss aber irgendwo untergebracht werden. Mag sein, dass ein nochmals niedrigerer Schweinepreis den heimischen Verbrauch etwas ankurbelt. Aber da ist Vorsicht angesagt. Bei allem, was derzeit an Datenmaterial vorliegt, ist ein leicht niedrigeres Durchschnittspreisniveau als in 2009 wahrscheinlich. Und bekanntlich handelt derjenige nicht falsch, der erst vorsichtig kalkuliert und sich nachher über unerwartet positive Entwicklungen doppelt freut. (Quelle: topagrar.com)


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Aktualisiert am: 09.01.2010 09:30
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