Mastschweinefütterung: Neue Wege

Futter nimmt nach dem Ferkeleinkauf den zweitgrößten Kostenblock in der Schweinemast ein. Ziel ist eine hohe Tiergesundheit bei gleichzeitig reduzierten Fütterungskosten. Dies kann durch mehrere Faktoren erreicht werden.
Damit die Futterrationen optimal abgestimmt werden können, ist es vorteilhaft über den tatsächlichen Nährstoffgehalt der Hauptfuttermittel Bescheid zu wissen.
Damit die Futterrationen optimal abgestimmt werden können, ist es vorteilhaft über den tatsächlichen Nährstoffgehalt der Hauptfuttermittel Bescheid zu wissen.
Ein Schritt zur kostensparenden und gesundheitsfördernden Fütterung ist die eiweißreduzierte Fütterung. Sie kann die Stickstoffausscheidungen deutlich senken, die Tiergesundheit verbessern und Mastbetriebe können dadurch Futterkosten und Güllefläche einsparen.

Eiweißreduzierte Fütterung
In der Mastschweinefütterung gibt es die Möglichkeit der „eiweißreduzierten“ und der „stark eiweißreduzierten“ Fütterung. Im Vergleich zur Standardfütterung liegen die Flächeneinsparungsmöglichkeiten bei den eiweißreduzierten Fütterungsvarianten zwischen 8 % und 10,7 %. Zu bedenken ist dabei aber der hohe Gülleflächenbedarf in der Schweinemast. Pro ha Landwirtschaftliche Nutzfläche dürfen max. 170 kg Stickstoff (N) ab Lager aus Wirtschaftsdünger anfallen. Übermengen müssen mittels Gülleverträgen oder Pachtflächen abgegeben werden.

Futtermittelauswahl erspart Kosten
Der Schweinemäster muss den Futtermittelmarkt ständig beobachten und bei der Futtermittelauswahl ist auf Qualität und Preis zu achten. Bei entsprechenden Lagermöglichkeiten kann der Ankauf von Hauptfuttermitteln wie Mais und Getreide zum Zeitpunkt der Ernte auf Erzeugerpreisniveau direkt vom Landwirt entsprechende Kostenvorteile bringen. Beim Ankauf von Mineralstoffen, Futterkonzentraten oder Fertigfuttersorten ist die Wertigkeit der eingesetzten Rohstoffkomponenten zu beurteilen. Insbesondere bei der Eiweißversorgung bzw. beim Aminosäurenverhältnis sollte neben Lysin auch auf die weiteren Aminosäuren wie Methionin, Cystin, Threonin und Tryptophan geachtet werden.
Der Einsatz von Nebenprodukten der Lebensmittelerzeugung oder sonstiger Sparten kann sinnvoll und preisgünstig sein, sofern eine exakte Futtermittelanalyse vorhanden ist und eine fachlich richtige Einstellung der Rationen möglich ist. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch der abgestimmte Einsatz von synthetischen Aminosäuren. Heimische Eiweißalternativen wie zum Beispiel Rapsextraktionsschrot, Rapskuchen, Kürbiskernkuchen, Erbsen oder Ackerbohnen können mit einer fachlich korrekten Einsatzrate preislich durchaus interessant sein. Die Verfügbarkeit am Markt ist aber beschränkt.

Autor: Ing. Rudolf SCHMIED, Schweineberatung Steiermark


Aktualisiert am: 20.02.2009 11:34
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