Massive Frostschäden bei Obst, Wein und Christbäumen

Die steirische Landwirtschaft war bereits zwei Frostwellen ausgesetzt. Fast alle Obstbaubetriebe sind davon betroffen. Auch die Christbaum-Produzenten leiden, berichtet die Landwirtschaftskammer.
Der Spätfrost in der Steiermark hat bereits kleine Äpfel zerstört.
Der Spätfrost in der Steiermark hat bereits kleine Äpfel zerstört.
Der erste Frost überraschte die Obstbauern zur Blütezeit, die zweite Frostwelle kam fünf Wochen später in der Nacht vom 17. auf 18. Mai 2012. Dieser ungewöhnliche Spätfrost hat bereits entwickelte Früchte zum Teil stark geschädigt.„Während der Frost zu Ostern eher in den südlichen Teilen der Obstbaugebiete Schäden angerichtet hat, traf die zweite Frostwelle vor allem die tieferen Lagen im nördlichen Obstbaugebiet im Großraum Puch/Weiz. Dieser Spätfrost hat bereits kleine Äpfel mit einem Durchmesser von 1,2 Zentimetern zerstört. Die Schäden an den Apfelkulturen sind abhängig von der Sorte und der Lage. Das Schadensausmaß quer durch alle steirischen Obstgärten liegt zwischen fünf und 95 Prozent“, rechnet Gsöls vor. „Bei einzelnen Betrieben hat der Frost die Apfelernte fast zur Gänze vernichtet. Das ist besonders bitter und für die Betroffenen existenzbedrohend.

Auch Erdbeeren vernichtet
Der Spätfrost Mitte Mai hat auch die Erdbeeren stark geschädigt. Von 150 Hektar Gesamtanbaufläche sind zwei Drittel zwischen 30 und 80 Prozent geschädigt, einzelne Flächen wurden sogar total vernichtet. Ersten Schätzungen zu Folge ist die halbe steirische Erdbeerernte zerstört worden. Stark betroffen auch Kirschen, Marillen und Pfirsiche. Einzelne Betriebe haben bei diesen Kulturen sogar Totalausfälle.

Christbaumkulturen stark geschädigt
Um die Qualität der Christbäume zu retten müssen die abgefrorenen Triebe entfernt werden.
Um die Qualität der Christbäume zu retten müssen die abgefrorenen Triebe entfernt werden.
Auch die Christbaumkulturen hat der Spätfrost stark beeinträchtigt. „In der Steiermark sind 50 Prozent der Christbaumkulturen massiv geschädigt, weitere 20 Prozent leicht. Besonders arg betroffen sind die Betriebe in der Oststeiermark“, berichtet Gottfried Fließer, Obmann der steirischen Christbaumproduzenten.Um die Qualität der Christbäume zu retten, müssen die abgefrorenen Maitriebe entfernt werden. Pro Baum sind es oft mehr als hundert Triebe, was einen hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand nach sich zieht.

Schäden im Weinbau
Der massive Kälteeinbruch in der Nacht vom 17. auf den 18.05.2012 mit Temperaturen von bis zu -5°C hat in Österreichs Weinbaugebieten stärkere Frostschäden als bisher angenommen verursacht. Josef Pleil, Präsident des Weinbauverbandes, spricht von zirka 6.000 ha, wobei insbesondere Niederösterreich betroffen ist. Dabei sind etwa 2.000 ha Weingärten teilweise geschädigt, bei 4.000 ha muss jedoch von einem Totalausfall ausgegangen werden. Hauptgebiet der Frostschäden ist das Pulkautal im nördlichen Weinviertel, das, wie auch die Region im angrenzenden Südmähren, von einem Kaltluftstrahl getroffen wurde. Damit beeinträchtigt dieser Kälteeinbruch eines der größten Grüner Veltliner-Anbaugebiete Österreichs.

Auch in vielen anderen Weinbaugebieten in Niederösterreich, Wien, im Burgenland und der Steiermark kam es zu Schäden an den jungen grünen Trieben. Diese sind jedoch weniger großflächig als im Pulkautal und besonders abhängig von der jeweiligen Lage des Weingartens. "Derzeit gehen wir von einer geringeren Weinerntemenge von etwa 30 bis 50 Mio. Liter aus ", berichtet Pleil. Die Folgeschäden werden auch noch im nächsten Jahr zu spüren sein. Erschwerend kommt laut Pleil hinzu, dass große Frostschäden in Österreichs Rebschulen zu einem Engpass bei den Rebsetzlingen führen werden.

Aktualisiert am: 23.05.2012 16:30
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