Maiswurzelbohrer sinnvoll bekämpfen

Das Jahr 2011 ist ein Rekordjahr, was die Befallsituation durch den Maiswurzelbohrer betrifft. Das Fangergebnis der Monitoring-Standorte übertrifft das Vorjahr bei weitem. Welche Gegenmaßnahmen es gibt, wird im Folgenden dargestellt.
Verbreitung des Maiswurzelbohrers. Quelle: Nach Meldungen des Amtlichen Österreichischen Pflanzenschutzdienstes erstellt von G. Grabenweger und M. Schwarz, AGES Wien
Verbreitung des Maiswurzelbohrers. Quelle: Nach Meldungen des Amtlichen Österreichischen Pflanzenschutzdienstes erstellt von G. Grabenweger und M. Schwarz, AGES Wien
Der Maiswurzelbohrer ist drauf und dran, ein neues Rekordergebnis zu erreichen. 2011 wurden in Österreich 355 Monitoring-Standorte mit Pheromonfallen bestückt, an denen die amtlichen Pflanzenschutzdienste der Bundesländer gemeinsam mit der AGES die Ausbreitung des Käfers und das Wachstum der Schädlingspopulationen überwachen. Bis Ende September wurden in diesen Fallen bereits mehr als 85.000 (!) Käfer festgestellt. Mit diesem Fang -ergebnis ist das Endergebnis des Vorjahres (58.000) bei weitem übertroffen.

Lebensbedingungen für Larven verschlechtern
Die im Boden lebenden Larven der Käfer, welche auch für die Fraßschäden an den Maiswurzeln verantwortlich sind, können nicht weit wandern. Wenn sie in einem engen Radius um die Eiablagestelle nicht auf Nahrung stoßen, sterben sie ab. Unter den in Österreich üblichen landwirtschaftlichen Bedingungen kommen für die Diabrotica-Larven nur Maiswurzeln als Nahrungsquelle in Betracht. Eine Entwicklung an zweikeimblättrigen Pflanzen ist ausgeschlossen. An anderen grasartigen Kulturpflanzen wurden in Laborversuchen zwar bereits Maiswurzelbohrer gezüchtet, im Freiland ist diese Möglichkeit jedoch aus verschiedenen Gründen (mangelnde jahreszeitliche Synchronisation, zu wenig Wurzelmasse etc.) ebenfalls nahezu unmöglich. In Einzelfällen besteht hier noch Forschungsbedarf (z.B. Miscanthus), zum derzeitigen Kenntnisstand ist ein Fruchtwechsel jedoch zum „Aushungern“ einer Larvenpopulation im Boden nahezu 100%ig wirksam.

Maiswurzelbohrer fressen bevorzugt an den Narbenfäden, milchreifen Körnern und Pollen von Mais.
Maiswurzelbohrer fressen bevorzugt an den Narbenfäden, milchreifen Körnern und Pollen von Mais.
Befliegt der Käfer andere Kulturen?
Auch die erwachsenen Käfer des Maiswurzelbohrers fressen bevorzugt an Mais, vor allem an Narbenfäden, milchreifen Körnern und Pollen. Wenn die Maisblüte vorbei ist, bedienen sich die Käfer auch gerne bei anderen Pflanzen, die gerade blühen, weshalb man sie z.B. auch auf Sonnenblumen finden kann. Diese aus den Maisfeldern ausfliegenden Käfer legen ihre Eier zu einem geringen Teil auch in anderen Kulturen ab. Wird auf diesen Flächen im Folgejahr Mais gebaut, finden die schlüpfenden Larven Futterpflanzen vor und können sich entwickeln. Man spricht in diesem Zusammenhang von einem „Randeffekt“, da eine Eiablage in andere Kulturen vor allem an den Rändern von Maisfeldern stattfindet.In allen bisher untersuchten Fällen erreichten diese Populationen jedoch nur einen Bruchteil der Größe von Populationen in Monomaisflächen. Mit einem
Fruchtwechsel kann daher in stark befallenen Gebieten kein hundertprozentiger Bekämpfungserfolg erreicht werden, dennoch hat die Eiablage in andere Kulturen auch in intensiven Maisgebieten nur geringe Auswirkungen auf die prinzipielle Wirksamkeit des Fruchtwechsels. In Einzelfällen fehlen auch hier noch wichtige Untersuchungen, z.B. über die Kultivierung von Ölkürbis in enger Fruchtfolge mit Mais.

Autor: Dr. Giselher GRABENWEGER, Institut für Pflanzengesundheit, AGES Wien

In der Ausgabe 21 des "Fortschrittlichen Landwirt" erfahren Sie mehr zum Maiswurzelbohrer.


Aktualisiert am: 19.10.2011 15:14
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