Maiswurzelbohrer Spannung zwischen Landwirtschaft und Imkerei

Die Bekämpfung des Maiswurzelbohrers mit insektizider Saatgutbeizung steht im Mittelpunkt der Kritik vieler Imker. Anstelle von polemischem Aktionismus zeichnet sich in der Steiermark nun eine neue Qualität der Diskussion ab, wie das Landwirt-Agrarforum zeigte.
Die Bienen müssen sinnvoll geschützt werden.
Die Bienen müssen sinnvoll geschützt werden.
In der alpenländischen Tradition kommen am 6. Dezember Nikolaus und Krampus zu den Kindern und bringen Geschenke. Es war zwar reiner Zufall, dass das Landwirt-Maisforum zuletzt genau am 6. Dezember stattfand. Dennoch, die Rolle des Krampus war schnell ausgemacht: So hatte Ing. Maximilian Marek (Präsident des Steirischen Landesverbands für Bienenzucht) die undankbare Aufgabe, in einer hochrangig besetzten Podiumsdiskussion und vor Landwirten die Position der steirischen Imker in Bezug auf mögliche Zusammenhänge zwischen Bienenschäden und dem Einsatz insektizider Beizmittel zu vertreten. Doch was dann kam, war für Viele überraschend: „Wir wollen keine Feindbilder pflegen. Wir verstehen Sie. Wir er warten aber auch, dass Sie uns verstehen und wir auf Basis gegenseitigen Verstehens eine Lösung finden“, eröffnete Marek sein Plädoyer.

Bekämpfung
Das Diabrotica-Weibchen legt seine Eier ab September/Oktober in den Boden von Maisfeldern ab. Ab Mai schlüpfen die Larven und vertilgen innerhalb kürzester Zeit Maiswurzeln in unmittelbarer Nähe. Folglich ist die Fruchtfolge die wirkungsvollste Bekämpfungsmaßnahme. Vor allem in der Steiermark ist dies aufgrund der starken Veredlungsproduktion kombiniert mit dem hohen Ertragspotenzial von Mais schwer umsetzbar. Die zweitbeste Bekämpfungsmaßnahme ist die Beizung des Saatguts mit Neonikotinoiden. Allerdings wurden 2008 in Deutschland und Italien Bienenschäden in Zusammenhang mit der Insektizidbeize festgestellt. Seitdem „rumort“ es auch in der österreichischen Imkerschaft.

MELISSA
Im März 2009 startete die AGES das Projekt MELISSA, das Auskunft über einen möglichen Zusammenhang zwischen Bienenschäden und dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln geben soll. Die Laufzeit des Projekts reicht bis 31. Jänner 2012. Doch ein paar Informationen vorweg: Durch die oben angeführten Schutzmaßnahmen konnte die Anzahl jener Bienenschäden, die auf Beizen zurückzuführen waren, in fast allen Bundesländern reduziert werden. Aus den eingesandten Proben konnten bei ca. 61 % keine Pflanzenschutzmittelwirkstoffe nachgewiesen werden. Hier seien laut Girsch andere Gründe, wie virale oder bakterielle Bienenkrankheiten, verantwortlich.

Den gesamten Artikel können Sie in der Ausgabe 1 des "Fortschrittlichen Landwirts" lesen.


Aktualisiert am: 21.12.2011 21:07
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