Maissilage im Normalschnitt oder im Hochschnitt ernten?

Sowohl beim Milchvieh als auch in der Stiermast laufen kontroverse Diskussionen über die optimale Schnitthöhe beim Silomais. Ebenso intensiv diskutieren Landwirte und Fachleute den Einsatz von Corn-Cob-Mix (CCM).
Auf dem Ausbildungs- und Versuchsbetrieb Strickhof wurden im Jahr 2007 Mais mit 20cm, 40cm und 60cm Schnitthöhe geerntet. Die Analysen zeigten jedoch, dass der Energiegehalt mehr von der Sorte als von der Schnitthöhe abhängt.
Auf dem Ausbildungs- und Versuchsbetrieb Strickhof wurden im Jahr 2007 Mais mit 20cm, 40cm und 60cm Schnitthöhe geerntet. Die Analysen zeigten jedoch, dass der Energiegehalt mehr von der Sorte als von der Schnitthöhe abhängt.
Silomais ist wegen des niedrigen Arbeitbedarfs das günstigste konservierte Grundfutter in Österreich. Der Rationsanteil beim Milchvieh in Ackerbaugebieten beträgt meist etwa 30 bis 60 %, in der Stiermast 50 bis 100 %.
Die meist unproblematische Silierbarkeit, die fast perfekte Mechanisierbarkeit und die hohe Energiedichte machen aus der Maissilage ein äußerst beliebtes Grundfutter.Maisprofis aus der Stiermast sowie aus der Milchproduktion ernten den Mais häufig höher, um die Energiedichte des Grundfutters zu erhöhen. Damit kann Kraftfutter gespart werden. Für die Stiermast ist das Erhöhen der Energiekonzentration der Grundfutterration aus der Sicht der Fütterung in jedem Fall sinnvoll. Denn in jedem Altersabschnitt muss mehr Energie in der Ration sein, als normaler Silomais liefern kann. Dadurch lässt sich Kraftfutter einsparen.

Im Kolben ist die Energie
Üblicherweise wird Mais mit einer Schnitthöhe von ca. 20 cm geerntet, Hochschnittmais bei etwa 60 bis 70 cm. Tabelle 1 zeigt, dass der unterste Teil des Stängels wasser- und rohfaserreich ist. Bis zu einer Stängelhöhe von 60 cm beträgt der Anteil am TS Ertrag nur 18 % und sogar nur 8 % der Gesamtenergie der Maispflanze. Der obere Teil der Maisstängels ist etwas wertvoller als der untere: Sowohl der TS-Gehalt als auch der Energiegehalt ist höher. Sein Anteil an der Gesamtenergie beträgt immerhin schon 28 %. Der Kolben ist der Energielieferant schlechthin: Denn die Hälfte der Trockensubstanz und zwei Drittel der Energie sitzen im Kolben in Form von Stärke.

Fazit
Ob Hochschnittmais wirtschaftlich ist, hängt von mehreren Faktoren ab: Auf der einen Seite stehen die Kosten und die Verfügbarkeit von zusätzlichem Ackerflächen, da der Flächenbedarf größer wird. Auf der anderen Seite lässt sich mit dem Einsatz von Hochschnittmais Kraftfutter einsparen, was vor allem bei steigenden Kraftfutterpreisen interessant ist. Je nach dem, ob zu wenig oder genügend Siloraum vorhanden ist, spart der Hochschnittmais auch Platz.

Autor: Hansruedi HOTTINGER, Landwirtschaftliche Schule Strickhof, Zürich (CH)


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Aktualisiert am: 11.09.2007 16:02

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