Maissämaschine MAESTRO 8.75 von Horsch

Die neue pneumatische Einzelkornsämaschine Maestro von Horsch hat ein sehr kompaktes, elektrisch angetriebenes Säherz. Sie ist laut Hersteller für Sägeschwindigkeiten von bis zu 16 km/h geeignet. Unsere ersten Säversuche verliefen bei solchen Geschwindigkeiten leider nicht ganz ohne Probleme.
Horsch hat mit der Maestro eine Einzelkornsämaschine entwickelt, in der viel Potenzial steckt.
Horsch hat mit der Maestro eine Einzelkornsämaschine entwickelt, in der viel Potenzial steckt.
Mit der pneumatischen Maestro erweitert Horsch seine mechanische Einzelkornsätechnik. Bei den mechanischen Maisdrillen arbeitet das bayrische Familienunternehmen seit einigen Jahren mit einem amerikanischen Hersteller erfolgreich zusammen. Die pneumatische Maestro hingegen ist eine Eigenentwicklung. Sie wurde erstmals auf der Agritechnica 2011 vorgestellt und erhielt gleich den Titel „Maschine des Jahres“. Im Mai 2012 bewies die Drille ihre Leistungsfähigkeit bei einem Weltrekordversuch. In 24 Stunden wurden mit einer 24-reihigen Maestro SW sage und schreibe 448 ha bestellt.
Es gibt zwei Ausführungen: Beim Typ CC erfolgt die Beschickung des Dosierers über einzelne Saatgutbehälter. Die SW-Variante hat einen zentralen Dünger- und Saatguttank. 8 Reihen – 3 Weiten Die CC-Ausführung gibt es 8-reihig mit den Körperabständen von 70, 75 und 80 cm, sowie 12-reihig mit 45 und 50 cm Reihenabstand. Wir sind die Maestro 8.75 CC gefahren – 8 Reihen mit 75 cm Abstand. Im Säwagen lassen sich 2.800 Liter Dünger mitführen. Die Einfüllöffnung ist 1,0 x 2,4 m groß. Als Zubehör gibt es eine hydraulische Füllschnecke mit einer Leistung von 400 kg/min. Traktorseitig werden zwei doppelt wirkende Steuergeräte für die hydraulischen Funktionen der Maschinensteuerung sowie für das Unterdruckgebläse der Säeinheit benötigt. Wer sich für die hydraulische Dosierschnecke entscheidet, benötigt ein weiteres doppelt wirkendes Hydrauliksteuergerät. Das Düngergebläse des Säwagens wird über eine eigene Bordhydraulik angetrieben. Über denselben Ölstrom wird auch der Schardruck der Säkörper geregelt. An der Luftansaugstelle des Düngergebläses sitzt ein Ölkühler.

Die Säelemente haben einen 70 Liter großen Saatgutbehälter und können mit bis zu 300 kg hydraulisch beaufschlagt werden.
Die Säelemente haben einen 70 Liter großen Saatgutbehälter und können mit bis zu 300 kg hydraulisch beaufschlagt werden.
Elektrisches Säherz
Das Säherz ist extrem kompakt gebaut und besteht aus der Dosiereinheit und einem integrierten Elektroantrieb. Die Elektroeinheit vereinigt Motor, Getriebe, Lagerung und Jobrechner in einem Gehäuse. Die Säscheibe ist anders als bei den herkömmlichen Einzelkornsämaschinen geformt. Anstelle einer Lochscheibe kommt eine Scheibe mit nach außen hin offenen Nuten zum Einsatz. Zusammen mit dem neuen Abstreifer sollen dadurch selbst bei Fahrgeschwindigkeiten bis zu 16 km/h gute Vereinzelungsergebnisse erzielt werden. Ausschlaggebend für diese Ergebnisse ist der fließende Übergang der Körner von einer Kreis- in eine lineare Bewegung im Ablagebereich. Die Körner werden ohne störende Zentrifugalkräfte ins Fallrohr geleitet. Nach Angaben des Herstellers soll eine hohe Genauigkeit unabhängig von der Drehzahl der Dosierscheibe gewährleistet sein. Der Fahrer wird laufend über die Ablagegenauigkeit jeder einzelnen Reihe informiert. Ein im Fallrohr integrierter Sensor erfasst die Anzahl der Körner und deren Abstand zueinander. Die Software des Bediencomputers errechnet die Fehlstellen und Doppelbelegungen und zeigt zudem den Variationskoeffizienten für jede Reihe einzeln an. Dass dieses System funktioniert, hat die DLG in einem im Vorjahr durchgeführten Fokus-Test bestätigt. Unsere Säversuche zeigten leider ein anderes Bild.

Wieso unsere Säversuche ein anderes Bild von der neuen Maestro von Horsch zeigt, erfahren Sie in unserem Fahrbericht in der Ausgabe 14/2012 unserer Fachzeitschrift „Der fortschrittliche Landwirt“.

Aktualisiert am: 05.07.2012 19:28
Landwirt.com Händler Landwirt.com User