Maissaat mit neonicotinoiden Beizen

Der Maiswurzelbohrer hat sich im Vorjahr in Österreich stark ausgebreitet. Für den Einsatz neonicotinoider Beizmittel gelten besondere Auflagen.
Für die Aussaat von Mais, der mit neonicotinoiden Mitteln gebeizt ist, gibt es einiges zu beachten.
Für die Aussaat von Mais, der mit neonicotinoiden Mitteln gebeizt ist, gibt es einiges zu beachten.
Die beste Bekämpfung ist eine geregelte Fruchtfolge. Gemäß der neuen Maiswurzelbohrerverordnung darf in Österreich Mais innerhalb von vier Jahren nur dreimal hintereinander auf derselben Fläche stehen.
Nach einer nicht vom Maiswurzelbohrer gefährdeten Vorfrucht (defacto sind das alle Kulturen außer Mais) darf kein neonicotinoidgebeizter Mais angebaut werden. Ausgenommen von beiden Vorschriften sind weiterhin Saatmaisflächen. Eine neonicotinoide Beizung gegen Drahtwurm ist auf allen Maisflächen auch ohne Mais-Vorfrucht weiterhin möglich.
Anm. Red.: Zuletzt hat die Europäische Kommission ein Teilverbot für die Anwendung von neonicotinoiden Beizen angekündigt. Dies dürfte aber erst Mitte des Jahres umgesetzt werden.

Auflagen bei der Ausbringung

Die Ausbringung von Mais- und Kürbisaatgut darf bei Verwendung von pneumatischen Geräten (Saugluftsysteme) ausschließlich mit staubabdriftmindernder Sätechnik erfolgen. Betroffen sind neben den neonicotinoiden Beizen Poncho, Cruiser 350 FS und Gaucho 600 FS auch der zum Vogelschutz mit Mesurol gebeizte Mais.

Folgendes ist zu beachten
  • Zur Vermeidung von mechanischer Belastung des Saatgutes dürfen die Säcke nicht geworfen oder gestürzt werden.
  • Beim Befüllen der Säbehälter ist darauf zu achten, dass eventueller Staub aus dem Saatgutsack nicht mit eingeleert wird bzw. in angrenzende Pflanzenbestände (insbesondere blühende Randstreifen, Feldraine, etc.) verfrachtet wird.
  • Ein Befahren von angrenzenden Flächen mit blühenden Pflanzenbeständen mit eingeschaltetem Gebläse ist nicht erlaubt (Achtung auf Blühstreifen, angrenzende Wiesen mit blühendem Löwenzahn, etc.).
  • Gebeiztes Saatgut darf bei Windgeschwindigkeiten über 5 m/s (18 km/h) nicht ausgebracht werden. Das ist vergleichbar mit der Pflanzenschutzarbeit, wo man bei diesen Bedingungen ebenfalls nicht mehr behandelt.
  • Es darf keine Aussaat erfolgen, wenn die Gefahr der Staubabdrift in benachbarte blühende Pflanzenbestände besteht. Zur Maissaat können Raps, Löwenzahn und viele Obstbäume blühen – es darf hier keine Abdrift in diese Bestände geben. Es darf nicht neben in Windrichtung liegenden Flächen mit blühenden Pflanzenbeständen gesät werden.
  • Die leeren Saatgutsäcke müssen fachgerecht entsorgt werden, d.h. diese können im örtlichen Altstoffsammelzentrum als Problemstoff abgegeben werden.
  • Da das gebeizte Saatgut auch giftig für Vögel ist bzw. bei Regen Pfützen entstehen können, wo Bienen Wasser holen, müssen verschüttete Körner entfernt werden. Das behandelte Saatgut muss vollständig mit Erde bedeckt werden, es dürfen keine Körner an der Bodenoberfläche liegen bleiben.


Aufzeichnungspflicht

Die Verwendung von neonicotinoidgebeiztem Maissaatgut muss unter Angabe der betroffenen Fläche und des verwendeten Produktes aufgezeichnet werden. Diese Aufzeichnungen müssen mindestens vier Jahre lang aufbewahrt werden. Am besten hebt man sich auch Rechnung/Lieferschein und Sackanhänger auf. Die Kontrolle der Aufzeichnungen und auch der Verwendung von abdriftmindernder Sätechnik wird wie in den letzten Jahren während des Maisanbaues erfolgen.

Autor: Hubert Köppl, LK OÖ

Aktualisiert am: 06.02.2013 09:02
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