Maiskornsilage im Schlauch

Der Einsatz von Maiskornsilage in Zuchtsauenbetrieben scheitert in vielen Fällen an der zu geringen Abräummenge und der in der Folge eintretenden Gefahr einer Nachgärung. Die Silierung im Folienschlauch könnte dieses Problem beseitigen.
Bei der Folienschlauchsilierung von Mais wird die Feuchtware mittels Radlader oder Schnecke in einen Vorratsbehälter befördert und dort von einer Doppelwalzenmühle gequetscht und zerkleinert.
Bei der Folienschlauchsilierung von Mais wird die Feuchtware mittels Radlader oder Schnecke in einen Vorratsbehälter befördert und dort von einer Doppelwalzenmühle gequetscht und zerkleinert.
Maiskornsilage ist in den maisbetonten Schweineproduktionsregionen in der Steiermark, Ober- und Niederösterreich das Futtermittel Nummer 1. Siliert in Hochsilos stellt Maiskornsilage unter Berücksichtigung einiger hygienischer Grundsätze ein diätetisch wertvolles Futtermittel nicht nur für Mastschweine dar. So führt der niedrige pH-Wert zu einer gewünschten Harnansäuerung bei Zuchtsauen, was Harnwegsinfekten vorbeugt. Mit dem Anteil von 1,5 bis 2,2 % Milchsäure hebt Maiskornsilage das Säuredefizit bei Absetzferkel auf und senkt das Säurebindungsvermögen des Absetzfutters. Das und die einhergehende Absenkung des pH-Werts des Futterbreis im Magen führen zu einer besseren Eiweißverdauung und einer Prophylaxe

Gärqualität und Keimgehalt
In einem Versuch der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn wurde das Silierverhalten der Maiskornsilage im Folienschlauch unter Praxisbedingungen und im Labor untersucht. Dabei wurde eine Kontrollgruppe ohne Siliermittel, eine Versuchsgruppe mit biologischem Siliermittel (Milchsäurebakterien) und eine Versuchsgruppe mit chemischem Siliermittel getestet. Alle Gehalte entsprachen einer intensiven Milchsäuregärung. Auch wurde die Entwicklung der Hefenpopulation – Schimmelpilze wurden in keiner Probe festgestellt – nach dem Öffnen des Schlauchs am Anschnitt beobachtet. Dabei wurde festgestellt, dass sich die Entwicklung der Hefen in den Varianten mit Siliermitteln deutlich reduziert darstellte. Auch wurde klar, dass die größte Gefahr einer kritischen Hefen-Konzentration vom Randbereich des Schlauchquerschnitts ausgeht. Der Temperaturverlauf als Zeichen einer möglichen Nachgärung war über die gesamte Lagerzeit in allen Varianten normal. Einzig die Variante mit dem chemischen Siliermittel zeigte bis zum Winter im tendenziell etwas wärmeren oberen Bereich eine um 1 bis 2 °C niedrigere Temperatur.

Nachteile des Systems
Die Entnahme stellt den Pferdefuß des Verfahrens dar, weil sie nicht automatisiert werden kann. Die Entnahme kann mittels Radlader oder Frontlader erfolgen. Ein zweiter Nachteil des Verfahrens ist der relativ große Platzbedarf. Pro Tonne Siliergut ist ein befestigter Platz von 1,5 bis 2 m² einzuplanen. Eine dritte Voraussetzung für das Funktionieren des Systems ist der Schutz vor Fraßlöcher durch Vögel oder Schadnager. Neben einem Vogelschutznetz und einer Nagerbekämpfung ist der regelmäßige Kontrollgang unausweichlich.

Autor: Roman GOLDBERGER, Rainbach


Aktualisiert am: 05.08.2009 17:39
Landwirt.com Händler Landwirt.com User