Maisdüngung: Zeitpunkt und Menge entscheiden

Mais reagiert sehr sensibel auf Nährstoffmangel. Mangelsymptome und Mindererträge sind die Folge. Das Wissen über den richtigen Düngungszeitpunkt sowie die richtige Düngungsmenge schützt vor Ertragseinbußen.
P-Mangel mit der typisch rot-violetten Ausfärbung älterer Blätter.
P-Mangel mit der typisch rot-violetten Ausfärbung älterer Blätter.
Mais gilt als robuste, massenwüchsige Pflanze. Mit Blick auf die Pflanzennährstoffe ist diese Frucht jedoch eher als Mimose zu sehen. Wie kaum eine andere Kulturpflanze reagiert Mais in verschiedener Ausprägung und Ausfärbung auf Mangel an Haupt- und Spurennährstoffen. Im folgenden Beitrag werde Möglichkeiten der Zufuhr von Hauptnährstoffen über den Boden dargestellt.

Max. 50 kg N als Unterfußdünger
Bei den im Ackerbau relevanten Nährstoffen nimmt Mais hinsichtlich des Bedarfes eine Spitzenposition ein. Aufgrund seiner langen Vegetationszeit kann er den besonders in Veredlungsregionen aus der Mineralisierung verfügbaren Stickstoff gut nutzen. Daher unterliegt der N-Düngerbedarf in Abhängigkeit vom Nachlieferungsvermögen des Standortes starken Schwankungen. Unterstellt man z.B. 200 kg/ha N als Zielwert, so ist dieser je nach Freisetzung von N aus dem Boden und vorhandener Zwischenfrucht um 10 bis 60 kg/ha N zu reduzieren. Ebenso sind N-Mengen aus der Unterfußdüngung anzurechnen. In dieser Form sollten max. 50 kg/ha N appliziert werden, besser sind 20 – 40 kg/ha N in Kombination mit wasserlöslichem Phosphor.

Stickstoffbedarf nach 6 bis 8 Wochen
Zentraler Punkt für die N-Ernährung ist, dass zum Zeitpunkt der Ausprägung des Kolbens im 10- bis 12-Blattstadium die höchste N-Verfügbarkeit vorhanden sein muss. Die Überlegung, welche Stickstoffform am Besten ist, um bis zum Hauptbedarf nach 6 bis 8 Wochen noch voll zur Wirkung zu kommen, hängt auch vom jeweiligen Klima in den Bundesländern ab. In niederschlagsreichen Gebieten wie Ostösterreich kann stabilisierter Stickstoff durchaus rentabel sein. In strahlungsreichen Gebieten wie Kärnten oder Steiermark wird eine eventuelle N-Verlagerung durch die hohen Verdunstungsraten wieder rückgängig gemacht.

Checkliste
Kali-Düngung zu Mais besonders überprüfen
• auf leichten Böden
• nach hoher Niederschlagsintensität
• bei Verbleib der Ernterückstände
• bei (suboptimaler) Gülleausbringung
• bei häufig auftretender Vorsommertrockenheit
• auf Ton- und Fixierungsstandorten
• bei hohem Ertragsniveau
• bei geringer Wurzelausbildung
• nach unbefriedigender N-Ausnutzung

Fazit
In Maisfruchtfolgen ist der Bedarf an Grundnährstoffen in Form von Einzeldüngern gezielt zur anspruchsvollen Kultur Mais zu applizieren. Düngemittel mit nennenswertem Anteil Phosphat sollten vor Mais stets eingearbeitet werden. Kalium wird von allen Nährstoffen in höchster Intensität aufgenommen. Aufgrund hoher Bedarfsmengen und im Vergleich zu Stickstoff und Phosphor guter Mobilität im Boden gibt eine Unterfußdüngung mit Kalium-haltigen Düngern wenig Sinn. Daher sollte Phosphor immer unterfuß gegeben werden, Kalium zu Mais hingegen grundsätzlich in Form von Einzeldüngern wie Korn-Kali. Der Zeitpunkt der Ausbringung wird in Abhängigkeit von der Bodenart ausgewählt. Ab 8 % Tongehalt im Boden kann Korn-Kali auch im Herbst appliziert werden, auf leichteren Standorten im Frühjahr vor der Saat. Hier ist eine breitflächige Applikation in Abhängigkeit vom Standort im Herbst oder zeitigem Frühjahr angezeigt. Geschieht die Nutzung als Körnermais oder CCM, so kann die Folgefrucht besonders vom hohen Kali-Gehalt des Maisstrohes zehren. Auf leichten Böden hingegen bleiben nach den Winterniederschlägen für das Getreide nach Mais oft nur geringe Mengen Kalium verfügbar.

Autor: Reinhard ELFRICH, Everswinkel (D)


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Aktualisiert am: 02.04.2009 17:41
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