Maisbautipps

Exakte Ablage der Körner, frühe Saat und sparsame Düngung werden auch heuer für eine gute Entwicklung der Pflanzen und darauf aufbauend einen lukrativen Ertrag die wesentlichen Grundlagen sein.
Phosphormangel im 5-6 Blattstadium
Phosphormangel im 5-6 Blattstadium
Eine Analyse der Maissorten in ihrer Ertragsstruktur zeigt, dass für gute Erträge insbesondere bei frühen Sorten die Ablagegenauigkeit eine große Rolle spielt. Frühe Sorten erreichen im Extremfall nur 70 % des Korngewichtes je Kolben von späten Maissorten. Das würde bedeuten, sofern kein Ausgleich über die Mehrkolbigkeit stattfindet, dass je nach Ertragspotenzial der frühen Sorte um 15 bis 30 % mehr Pflanzen ausgesät werden müssten, um den adäquaten Ertrag von spät reifen Sorten zu erzielen.

Ungleiche Ablage schadet Kolben
Das Problem der höheren Pflanzenzahl ist jedoch nicht nur der höhere Wasserbedarf und die Standfestigkeit, sondern auch die technische Herausforderung bei der Saat. Unsere Erfahrungen zeigen, dass Pflanzenzahlen über 90.000 je Hektar größte Anforderungen an die Sätechnik und vor allem an die Sägeschwindigkeit stellen. Aus Versuchen wissen wir, dass ein Abstand von unter 14 cm die Kolbenentwicklung negativ beeinflusst. Eine ungleiche Ablagetiefe mag zwar nicht unbedingt zu einem Pflanzenausfall führen. Aber ein Entwicklungsrückstand von nur 2 Blättern in der Jugend hat zur Folge, dass die Blüte sich um einige Tage unterscheidet und die Pollenausschüttung die schwächer entwickelten Pflanzen nicht mehr in vollem Ausmaß trifft. Kürzere Kolben sind die Folge.
Die Ablagetiefe sollte zwischen 4 und 6 cm auf gut verfestigtem Untergrund, zumindest im Bereich der Saatgutablage, erfolgen. Druckrollen in der Saatfurche unterstützen diesen Prozess. Zu wenig Feinerde um das Saatkorn bewirkt unter trockenen Bedingungen eine Keimverzögerung bis hin zum Totalausfall mit den gleichen Folgen, als wäre das Korn zu tief abgelegt.

Fazit
Für einen erfolgreichen Maisbau müssen pflanzenbauliche Grundsätze vermehrt beachtet werden. Dazu gehören eine präzise Saat, zu der die Ablagetiefe von 4 bis maximal 6 cm genauso gehört, und die exakte Ablage in der Reihe. Überschnelle Fahrten sind kontraproduktiv, kommen leider aber immer wieder vor. Deshalb ist eine Kontrolle mit einem Maßband auf einer Länge von 14,28 Metern, welche bei einer Reihenweite von 70 cm einer Fläche von 10 m² entspricht, dringend zu empfehlen. Bei dieser Kontrolle sollte nicht nur die abgelegte Kornzahl um die Triebkraft bereinigt vorgefunden werden, sondern auch eine regelmäßige Ablage mit geringen Entwicklungsunterschieden von Pflanze zu Pflanze.

Autor: Dr. Karl MAYER, Landeskammer für Land- und Forstwirtschaft Steiermark


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Aktualisiert am: 05.03.2009 13:55
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