Maisanbau: So gelingt er

Einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung des Deckungsbeitrages leisten die richtigen Anbaumaßnahmen.
Da Mais eine Kurztagspflanze ist, begünstigt jeder Tag einer früheren Aussaat die generative Kolbenentwicklung und bringt damit auch bessere Tausendkorngewichte zur Ernte.
Da Mais eine Kurztagspflanze ist, begünstigt jeder Tag einer früheren Aussaat die generative Kolbenentwicklung und bringt damit auch bessere Tausendkorngewichte zur Ernte.
Vor einigen Jahren waren 10 Tonnen Maisertrag trockener Ware je Hektar noch zufriedenstellend. Doch dieses Bild hat sich aufgrund der schlechten Preise drastisch geändert. Um Mais erfolgreich zu produzieren, müssen die Kosten je Einheit gesenkt werden. Das geht durch höhere Erträge, niedrigere Produktionskosten oder mit beidem. Eine „geschickte Verkaufsstrategie“ rundet diesen Reigen der Möglichkeiten zur Gewinnsteigerung noch ab, obwohl dieser Weg mit unsicherer Spekulation verbunden ist.
Die pflanzenbaulichen Möglichkeiten zur Verbesserung des Deckungsbeitrages bei Mais konzentrieren sich auf Sortenwahl, Anbau, Pflege und Erntetermin des Maises. In den folgenden Ausführungen sollen die Folgen von richtigen beziehungsweise falschen Anbaumaßnahmen besprochen werden.

Anbautermine regional unterschiedlich
Vorweg muss festgehalten werden, dass die Anbautermine je nach Region in Österreich unterschiedlich früh angesetzt werden können. Während in der Steiermark, in Niederösterreich und im Burgenland Termine ab Anfang April möglich wären, ist dies für die westlichen Bundesländer derzeit noch schwer realisierbar. Entscheidend ist, dass der Mais unter trockenen Bedingungen auf die optimale Ablagetiefe von 4 cm ausgesät werden kann.
Dem trockenen Saatbett ist dabei oberste Priorität einzuräumen. Die Bodentemperatur, die ab dem Saattermin steigen sollte, steht dagegen erst an zweiter Stelle.

Präzise Saat
Besonders ab 8 km/h können die Pflanzenausfälle auf 10 % und mehr steigen. Ab diesen Geschwindigkeiten spielt auch die Qualität des Sägerätes eine große Bedeutung. Nur sehr gute Geräte schaffen es bei einer Geschwindigkeit von 8 km/h den Pflanzenausfall auf 5 % zu halten.
Bei Körnermais ist ein Ausfall von 5 % noch zu verschmerzen, weil die Kolben durch die Kornzahl und das Tausendkorngewicht einen Ausgleich schaffen können. Dies gilt aber auch nur für Sorten mit höherem Kolbengewicht. Bei Silomais oder Biogasmais sind die Toleranzen weit geringer, weil ausgefallene Pflanzen nicht so gut ersetzt werden können. Hinzu kommt, dass bei geringerer Saatstärke von unter 80.000 Korn ein Ausfall von 10 % schwerer wiegt als bei 90.000 Korn je Hektar und die Kompensationfähigkeit der Einzelpflanze an ihre Grenzen stößt.

Fazit
Ausgehend von der Standortkenntnis soll die gewählte Maissorte die zur Verfügung stehende Vegetationszeit bestens nutzen können. Das heißt, wer die wichtigen kürzeren Frühjahrstage nicht nutzt, obwohl sie angeboten werden, der verschenkt Erlöspotenziale in Form von schlechterer Qualität durch geringere Tausendkorngewichte und höhere Erntefeuchtigkeiten. Mit der Saat wird nochmals Zeit gewonnen, denn das Korn sollte rasch zum Auflaufen gebracht werden. Eine tiefere als nötige Saat verzögert die Entwicklung um ein bis zwei Blätter oder bringt die Pflanze gar zum Ausfall. Sägerät und –geschwindigkeit sollen daher optimal eingestellt und geführt werden.

Autor: Dr. Karl MAYER, LK Steiermark


Autor:
Aktualisiert am: 08.03.2010 13:53
Landwirt.com Händler Landwirt.com User