Mais: Welche Sorte für die Schweinefütterung?

Mais gilt als die Hauptfutterkomponente der Schweinfütterung in Österreich. Dabei sind im Bezug auf Nährstoffqualität und Ertragssituation Unterschiede zwischen den Sorten zu beobachten.
Mais ist zwar ein Energiefuttermittel, jedoch ist der Rohprotein- neben dem Energiegehalt - insbesondere bei maisintensiven Rationen von enormer Bedeutung.
Mais ist zwar ein Energiefuttermittel, jedoch ist der Rohprotein- neben dem Energiegehalt - insbesondere bei maisintensiven Rationen von enormer Bedeutung.
In der Praxis stellt sich für Schweinebetriebe alljährlich die Frage, welche Maissorten für die betriebseigene Fütterung angebaut werden sollen. Viele Aspekte müssen betrachtet werden, um gute Entscheidungen treffen zu können. Als optimal wäre eine Maissorte mit ausgezeichneter Gesundheit und guter Nährstoffqualität einzustufen. Auch die Ertragsfähigkeit spielt eine nicht unwesentliche Rolle.

Mais ist Hauptenergieträger
Mais in Form von Trockenmais, Körnermaissilage (CCM) oder Ganzkornmaissilage stellt in Österreich das Hauptenergiefuttermittel in den Zuchtsauen-, Ferkel- und Schweinemastrationen dar. Die Maisfütterung hat sich in den letzten Jahrzehnten durchgesetzt, weil optimale Anbau- und Erntebedingungen in den Maisgebieten Österreichs herrschen. Eine schlagkräftige Ernte, die guten Feuchtmaislagermöglichkeiten sowie vergleichsweise hohe Hektarerträge bringen auch ökonomische Vorteile.

Qualität und Schmackhaftigkeit
Ein entscheidender Faktor für die Schweinefütterung stellt die hygienische und gesundheitliche Qualität des Maises dar. Wichtig ist, dass durchgehend von der Fruchtfolge, Sortenentscheidung, Anbau- und Pflegemaßnahmen bis hin zur Ernte, Konservierung und Lagerung qualitätsfördernde Maßnahmen eingehalten werden.
Praktische Erfahrungen der Schweineerzeuger zeigen, dass gewisse Maissorten gut bzw. weniger gut gefressen werden. Die Schmackhaftigkeit des Maises spielt bei der Futteraufnahme natürlich eine große Rolle und sollte nicht vernachlässigt werden.
Hier kann der Landwirt in den meisten Fällen aber nur auf eigene Erfahrungen bzw. auf Erfahrungen der Berufskollegen zurückgreifen. In vielen Fällen hängt die Futteraufnahme aber auch mit der hygienischen Qualität (Lagerung, Feldfusarien,…) des Maises zusammen. Besonders das Erntegut der Maisernte 2008 zeigte hervorragend niedrige Werte bei den Mykotoxinen, was sich äußerst positiv auf das Fressverhalten der Tiere auswirkte.
Der Landwirt kann durch gezielte Maßnahmen wie zum Beispiel Anbau von Sorten mit geringerem Mykotoxinrisiko und einer Pflugfurche mit ordentlicher Einarbeitung der Maisstrohrückstände das Mykotoxinrisiko senken. Untersuchungen der Schweineberatung Steiermark aus dem Jahre 2000 bis 2001 zeigen weiters, dass sich eine abwechslungsreiche Fruchtfolge (Vorfrucht Nicht-Mais) günstiger auswirkt als Mais auf Mais. Dies ist aber aus produktionstechnischen Gründen in vielen Fällen nicht möglich. Weiters zeigen die Ergebnisse, dass ein zunehmend späterer Erntezeitpunkt vor allem die Belastung mit Vomitoxin steigen lässt.

Ökonomische Bewertung
Ein Berechnungsbeispiel zeigt die ökonomische Bewertung von zwei verschiedenen Maissorten. Bei der Maissorte mit hohem Feuchtmaisertrag (15 t) und niedrigerem Rohproteingehalt (75 g bei 88 % T) musste in der Ration um 1,8 % mehr Sojaextraktionsschrot 44 (SES) eingemischt werden als bei jener Sorte mit geringerem Hektarertrag (13 t) und höherer Rohproteinausstattung (85 g bei 88 % T).
Die Berechnung zeigt, dass ein guter Maisertrag pro Hektar noch immer hohe Priorität hat, weil mehr Mastschweine (MS) pro ha gemästet werden können. Die höheren Eiweißergänzungskosten in Form von Sojaextraktionsschrot können meist durch den Wert des höheren Maisertrages abgedeckt werden. Die Differenz beim Deckungsbeitrag geht gegen Null, wenn der Ertragsunterschied geringer wird bzw. die Preise für Sojaextraktionsschrot hoch sind.

Fazit
Das Optimum ist eine Maissorte mit guter Nährstoffqualität und hoher Ertragsleistung, welche dem Schweinemäster zu optimalen Magerfleischanteilen und täglichen Zunahmen, guter Futterverwertung und günstigen Futterkosten verhilft. Jedoch darf neben dem Ertrag auf die Gesundheit (z.B. Belastung mit Feldfusarien,...) des Erntegutes nach wie vor in der Schweinefütterung nicht vergessen werden.

Autor: Von Ing. Rudolf SCHMIED, SchweineBeratung Steiermark (SBS), Gleisdorf


Aktualisiert am: 21.09.2009 17:52
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