Mais: Wachstum und Ertrag durch Lichtreflexion beeinflusst?

Alle Landwirte wissen, dass jungen Maispflanzen sehr empfindlich auf Unkrautkonkurrenz reagieren. Eine suboptimale Kulturführung spürt der Landwirt beim späteren Ertrag. Eine interessante Erklärung in diesem Zusammenhang haben kanadische Wissenschaftler gefunden.
Eine frühe Unkrautbekämpfung im Mais ist notwendig um kein Ertragspotential zu verschenken.
Eine frühe Unkrautbekämpfung im Mais ist notwendig um kein Ertragspotential zu verschenken.
Demnach scheint der Mais seine Umwelt und somit benachbarte Pflanzen anhand der Reflexion des Lichtes im roten Wellenspektrum zu erkennen. Die Pflanze reagiert darauf mit einem veränderten Wachstum, mit den entsprechenden Auswirkungen auf den Ertrag. Der Ackerboden reflektiert Licht überwiegend im dunkelroten Wellenspektrum, während grüne Pflanzen mehr hellrotes Licht zurückwerfen. Im unteren Bereich der Maispflanze überwiegt daher dunkelrotes, im oberen Pflanzenbereich hellrotes Licht. Diese Reflexionen verändern sich daher, wenn der Boden bewachsen ist. Über das Pigmentsystem Phytochrom löst dies Reaktionen beim Längenwachstum oder bei der Blattflächen- und Trockenmasseverteilung aus.

Mais reagiert mit verstärktem Längenwachstum und Anzahl der Kronenwurzeln

Der Mais ist offenbar bestrebt, Beschattung zu vermeiden. Er reagiert mit einem verstärkten Längenwachstum und einer veränderten Blattstellung. Außerdem verändern sich die als wesentlich für den Maisertrag geltenden Kornenwurzeln. Bei starker Verunkrautung sinkt die Zahl der Kronenwurzeln und sie werden außerdem nicht so lang. Insgesamt liegen Blattfläche, Spross- und Wurzelmasse in verunkrauteten Maisflächen deutlich unter den Werten von unkrautfreien Maiskulturen.

Mehr Ertrag bei unkrautfreien Flächen

In der weiteren Entwicklung zeigt sich, dass der Mais in einer ständig unkrautfreien Fläche mehr Körner ausbildet. Wird die Fläche aber erst nach dem 4-Blatt-Stadium unkrautfrei gehalten, wachsen 6 % weniger Körner, wird das Maisfeld erst nach dem 8-Blatt-Stadium unkrautfrei gehalten, sind es nach Berechnungen der Wissenschaftler sogar 13 % weniger.

Fazit: Frühe Unkrautbekämpfung im Mais um Ertragspotential auszunützen

Die eigentliche Ursache sehen die kanadischen Wissenschaftler in der Bestrebung der Maispflanze, Beschattung durch andere Pflanzen zu vermeiden. Die Ausgleichsreaktion der Maispflanze führt zu einer anderen Biomasseverteilung und diese wiederum geht zu Ungunsten des Kolbens, der Reproduktionsrate und auf Kosten der Stresstoleranz. Für die Landwirte ergibt sich daraus die Konsequenz, den Mais möglichst früh unkrautfrei zu halten. In Nordamerika erfolgt dies im Wesentlichen durch einen Herbizideinsatz im Vorauflauf. Für Europa wird als Kompromiss zwischen politischen Rahmenbedingungen und pflanzenbaulichen Erfordernissen eine möglichst frühe Bekämpfung des Unkrautes im Nachauflauf empfohlen, um das Ertragspotential vom Mais auszunützen (Quelle: DMK)


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Aktualisiert am: 16.05.2011 14:27
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