Mais: Unkrautbekämpfung

Mit welchen Wirkstoffen und Kombinationen können Sie heuer Unkräuter in den Griff bekommen?
Änderungen betreffen v.a. Neuformulierungen, grundsätzlich Neues gibt es nicht.
Änderungen betreffen v.a. Neuformulierungen, grundsätzlich Neues gibt es nicht.
Nichts wirklich grundsätzlich Neues bietet die Herbizidpalette für 2010. Allerdings gibt es durchaus Neuigkeiten, die zuerst zwar verwirrend sind, sich aber dadurch erklären lassen, dass Terbuthylazin – Soloprodukte am Markt und in Kombipackungen nicht mehr angeboten werden. Mit Ausnahme vom Clio Top Pack, der nach wie vor TBZ 500 enthält, haben alle anderen Firmen ihr z. B. Click oder Chac aus den Kombipackungen herausgenommen und durch eigene TBZ- Fertigformulierungen mit Bodenherbiziden ersetzt. Ares wird zu Ares TB und tauscht Click und Successor gegen Successor T. Laudis Plus bleibt Laudis Plus, tauscht aber Chac gegen Aspect Pro in einer Aufwandmenge von 0,9 l/ha. Dabei wird das Bodenherbizid Flufenazet wegen der geringen Aufwandmenge nur wenig gegen die Hirsen über den Boden ausrichten können. Dafür gibt es weiterhin die Kombination Laudis plus Aspect Pro. Vesuv wird nun zu Vesuv Pro. Es enthält nun auch 0,9 l Aspect Pro/ha. Darüber hinaus wird das alte Fortuna mit Netzmittel Mero durch die neue Formulierung mit Namen Maister flüssig ersetzt.

Hirsebekämpfung
Die Hirsebekämpfung ist seit Anfang der 90 er- Jahre bis vor etwa 3 Jahren ausschließlich von Sulfonylharnstoffen (Titus, SL 950, Grid, Monsoon, Fortuna) und -kombinationen geprägt geworden. Natürlich haben sich in dieser Zeit Unkräuter, welche weniger gut damit bekämpft werden, entsprechend vermehrt. So hat man die Minderwirkungen gegen zweikeimblättrige Samenunkräuter durch die Wahl entsprechender Tankmischpartner ausgeglichen. In den letzten Jahren hat es aber bei der Bekämpfung von Hirsen selbst verstärkt Probleme gegeben. Weniger empfindliche Hühnerhirsen sind aufgetaucht. Ob diese Biotypen einfach eine stärkere Wachschicht, welche den Wirkstoff am Eindringen hindert, oder überhaupt eine höhere Wirkstoffmenge brauchen, ist nach wie vor Diskussionspunkt. Auch kann es Wirkungsunterschiede bei den Einzelwirkstoffen geben. Zweifelsfrei ist aber eine grundsätzlich eher schwächere Wirkung gegen Borstenhirsen, zumindest nach der Bestockung, festzustellen gewesen. Ein Problem hat sich entwickelt.

Einsatz von Triketonen
Mit der Registrierung neuerer Triketone hat diese Schwäche der SH´s allerdings ein rasches Ende gefunden. Denn Triketone, wie Clio oder Laudis, sind dagegen ausgezeichnet wirksam.
So darf es nicht wundern, dass in den letzten Jahren diese Mittel, so wie Callisto-, Mikado- Kombinationen, verstärkt eingesetzt wurden. Damit ist ein neues Hirseproblem aufgetaucht. So muss verstärkt die Glattblättrige Hirse als Restverunkrautung nach späten Triketon-Anwendungen festgestellt werden. Bisherige Versuche zeigen, dass diese Panikum-Art nur bis zum 2- Blattstadium mit hirsewirksamen Bodenherbiziden und später nur mit Sulfonylharnstoffen ausreichend bekämpft werden kann. Die Verbreitung –über Mähdrescher- schreitet aber rascher als erwartet voran. Die Landwirte sind somit gut beraten, über die Unkrautwirkung dieses Jahres nachzudenken und das Auftreten dieser wärmeliebenden Hirseart im kommenden Jahr zu beobachten.

Autor: DI Peter KLUG, LK Steiermark


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Aktualisiert am: 22.03.2010 10:34
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