Mais: Neue US-Maisschätzung lässt die Terminbörsen kalt

In den Vereinigten Staaten reift die zweitgrößte Maisernte aller Zeiten heran, was an den internationalen Terminbörsen seit Wochen für Preisdruck bei dem Grobgetreide sorgt.
Jetzt hat das amerikanische Landwirtschaftsministerium seine Prognose für den Heimatmarkt mit Verweis auf die fast optimalen Witterungsbedingungen im "US-Cornbelt" um ganze 12 Mio t auf 324,1 Mio t nach oben gesetzt. Angesichts einer so starken Korrektur wenige Wochen vor dem Druschbeginn hatten Beobachter nach Veröffentlichung der neuen Zahlen am vergangenen Mittwoch mit weiteren Kursverlusten an der Welt-Leitbörse in Chicago gerechnet, die aber ausgeblieben sind.

Mais wird derzeit um 93 Euro/t gehandelt

Inzwischen hat sich neuerntiger Körnermais sogar um fast 5 % von dem Ende Juli erreichten Jahrestief gelöst und kostete in der US-Handelsmetropole zuletzt 3,36 $/bu (92,78 Euro/t). Überrascht zeigten sich Marktbeobachter, dass das US-Agrarressort die amerikanische Anbaufläche gegenüber dem Juli-Bericht fast unverändert gelassen hat, obwohl das Ministerium im Vorfeld eine kritische Überprüfung der bisherigen Zahlenbasis verkündet hatte. Inzwischen mehren sich auf dem Börsenparkett die Stimmen, die Maiserträge von 10 t/ha - wie aktuell vom US-Agrarressort vorhergesagt - für wenig wahrscheinlich halten. Selbst wenn der Mais die für die Ertragsbildung wichtige Bestäubungsphase ohne größere Blessuren überstanden hat, könnten Frühfröste im Herbst nämlich noch in letzter Minute für Ertragsverluste sorgen, zumal der Mais vielerorts mit Verspätung in den Boden gekommen ist.

Preisverhältnis Soja zu Mais stimmt nicht

Das wohl gewichtigste Argument für wieder steigende Preise liefert derzeit aber nicht der Mais selbst, sondern die um Anbaufläche konkurrierende Sojabohne, denn wie sich zwischen Raps und Weizen auf lange Sicht eine Preisrelation von 2 zu 1 einstellt, liegt das "normale" Verhältnis zwischen Soja und Mais bei 2 bis 2,5 zu 1. Aktuell kosten neuerntige Sojabohnen in Chicago über 10 $/bu (257,69 Euro/t), womit sich die Relation Richtung 3 zu 1 verschoben hat. Aus der Tatsache, dass die Sojanotierungen nicht zur Schwäche neigen, leiten einige Analysten Nachholbedarf beim Mais ab.


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Aktualisiert am: 20.08.2009 12:37
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