Mais: Kolbenfusariose und Mykotoxine

Die besonders bei Mais problematische Kolbenfusariose ist nicht nur im Hinblick auf den Ertrag sondern auch aufgrund von Qualitätseinbußen durch Mykotoxine ein Thema. Eine Förderung der Ackerhygiene führt zur Minimierung der Fusarienbelastung.
Massiv verpilzter Kolben
Massiv verpilzter Kolben
Die Bedeutung der Kolbenfusariose bei Mais liegt neben damit verbundenen Ertragsverlusten vor allem in der Qualitätsbeeinträchtigung der Ernte durch Mykotoxine. Eine Reihe von Fusarium-Arten produzieren artspezifisch Mykotoxine von unterschiedlicher toxikologischer Relevanz, im Vordergrund stehen hierbei Deoxynivalenol (DON), Zearalenon (ZON) und Fumonisine (FUM).

Fusarium-Befall
Der Fusarienbefall von Mais wird vor allem vom Infektionsdruck und den Klimabedingungen am Wuchsstandort beeinflusst. Der Primärbefall geht dabei in der Regel wie auch bei anderen Getreidearten von Stoppelresten aus, an denen der Pilz überwintert hat. Durch Wind und Regenspritzer werden zur Blütezeit Sporen auf Blätter und vor allem auf Narbenfäden verteilt, die eine Sekundärinfektion am Kolben verursachen können (Kolbenfusariose). Der Pilz wächst an den Körnern und in der Spindel, meist ist ein weißes bis rötliches Myzel unter den Lieschblättern zu erkennen. Feuchtigkeit nach abgeschlossener Blüte und Verletzungen am Kolben, z.B. durch Schädlinge wie den Maiszünsler, begünstigen einen Fusarienbefall. Die Kolbenfusariose ist für das menschliche Auge erst spät oder nur schwer zu erkennen. Einerseits umschließen die Lieschen den Kolben, andererseits ist das Pilzmyzel auf den Körnern oft nicht sichtbar obwohl die Spindel bereits massiv befallen sein kann.

Was kann der Landwirt tun?
Zur Minimierung der Fusarienbelastung sind alle Maßnahmen empfehlenswert, die die Ackerhygiene fördern. Eine gründliche Zerkleinerung und saubere Einarbeitung von Ernterückständen, Förderung der Bodenstruktur, Kalkversorgung. Stresssituationen in der Entwicklung, unsachgemäßer Pflanzenschutz oder fehlerhafte Düngungsmaßnahmen können die Pflanzen schwächen und das Eindringen von Pilzen erleichtern. Durch die Wahl standortgerechter und möglichst resistenter Sorten, aber vor allem durch einen rechtzeitigen Erntezeitpunkt und eine rasche Trocknung bzw. Feuchtkonservierung kann ein Landwirt entscheidenden Einfluss auf den Toxingehalt des Erntegutes nehmen.

Kurz und bündig
Jahresabhängig kann in Österreich ein verstärkter Fusarium-Befall bei Körnermais auftreten, damit verbunden fallen auch Erntechargen mit erheblichen Toxingehalten an. Besondere Bedeutung kommt dabei Fusarium graminearum als gefährlichem Erreger von Kolbenfusariosen und als wichtigstem Produzent von DON in Österreich zu. Mais ist dabei sowohl häufiger als auch mit höherern Konzentrationen kontaminiert als andere Getreidearten. An Standorten im Trockengebiet sind F. subglutinans und F. proliferatum als häufigste Arten zu isolieren, wobei in den korrespondierenden Maisproben auch entsprechende Fumonisin-Gehalte nachgewiesen werden können. Wenn Mais für den menschlichen Verzehr bestimmt ist, dürfen bestimmte Grenzwerte nicht überschritten werden. Ein möglichst geringer Mykotoxingehalt ist auch für den Zucht- bzw. Masterfolg, besonders bei Schweinen und Geflügel, entscheidend. Mit entsprechenden pflanzenbaulichen und betrieblichen Maßnahmen, wie geeigneter Bodenbearbeitung, harmonischer Düngung, einer rechtzeitigen Ernte und raschen Trocknung bzw. Konservierung des Erntgutes ist es aber möglich, das Ausmaß des Fusarium-Befalls zu senken.

Autor: Dr. Andreas ADLER, AGES Linz


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Aktualisiert am: 04.09.2009 12:41
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