Mais: Einfluss der Wasserversorgung auf das Wachstum

Trotz optimaler Kulturführung schwanken die jährlichen Erträge um durchschnittlich etwa 30 %. In Einzelfällen sind die Differenzen noch erheblich höher. Diese Erkenntnisse gelten für alle Kulturarten. Der wichtigste Grund dafür liegt in der Unberechenbarkeit und nie einheitlichen Menge der natürlichen Niederschläge und ihrer Verteilung in der jeweiligen Hauptwachstumsphase der Pflanzen.
Wasser und Stickstoff sind die Hauptantriebe des Wachstums.
Wasser und Stickstoff sind die Hauptantriebe des Wachstums.
Die Wasserversorgung bestimmt die Ertragsleitung der Pflanzen unter der Voraussetzung, dass die Anbautechnik und vor allem die Nährelementversorgung der Pflanzen im Optimalbereich liegen.
Wenn das Pflanzenwachstum ins Stocken gerät, sind die Praktiker gern geneigt, Düngungsmaßnahmen vorzunehmen, da sie annehmen, es liege nur an einer ungenügenden Nährelementversorgung. Berater geben dann ebenso gern Empfehlungen, die fachlichen Überprüfungen nur selten standhalten. Andererseits sind bei Praktikern Berater wenig anerkannt, wenn sie in bestimmten Situationen eine Düngung nicht empfehlen. Die Pflanzenanalysen z. B. aus den Zwischenernten der Jahre 2002 und 03 (aber nicht nur diese) belegen diese weit verbreiteten Meinungsbilder für zusätzliche Düngungsmaßnahmen nicht. Hätte man mit zusätzlichen Düngungsmaßnahmen in den Zeiten stockenden Wachstums Ertragssteigerungen bewirken können?
Wie es die zugehörigen Ertragswerte der Versuche belegen, haben die zusätzlichen Nährelementangebote, die über denen der LUFA-Empfehlungen liegen, grundsätzlich keine Ertragssteigerungen bewirkt.

N ist der Motor
Es wird deutlich, dass die Aufnahme der Nährelemente eng gekoppelt ist an eine optimale N-Versorgung. Ein Beweis dafür liefert das Versuchsglied „optimale Nährelementversorgung, aber keine N-Düngung“: Die Konzentrationen der Nährelemente K, Mg, S, Mn, Cu, Zn und Bor fallen ab, wenn die N-Versorgung suboptimal ist. Daher sind zur Beurteilung von Düngungswirkungen derartige Vergleiche unumgänglich, um schlüssige und verantwortungsvolle Anbauempfehlungen geben zu können. Die umfangreichen Daten belegen, dass gerade bei Trockenheit die Nährelementversorgung nicht der Grund für das mangelhafte Wachstum ist, sondern ausschließlich die Wasserversorgung. Zusatzdüngungen verbessern die Wachstumsbedingungen nicht.

Anbau-Tipps

  • Die Wasserversorgung im Bereich der nutzbaren Feldkapazität ist Voraussetzung für eine hohe Ertragsleistung der Pflanzen; sie regelt die Grundzüge der Nährelementversorgung der Pflanzen
  • Die Nährelementversorgung nach den LUFA-Empfehlungen – Düngung auf Gehaltsklasse C abstellen – sichert die volle Ertragsleistung der Pflanzen
  • Düngungsempfehlungen in der Wachstumsphase müssen unbedingt die vorangegangenen Düngungsmaßnahmen und die jeweils aktuelle Wasserversorgung der Pflanzen berücksichtigen und in die Beratung bzw. in die eventuell anstehende Düngungsmaßnahme einfließen
  • Jeweils aktuelle Pflanzenanalysen geben Sicherheit für die Beurteilungen und Empfehlungen
  • Bei Trockenheit sind Zusatzdüngungen grundsätzlich nicht zu empfehlen.
  • Die Nährelementgehalte der Abb. 4 bis 12 geben brauchbare Beratungs-Grundlagen


Autor: Dr. Albrecht NITSCH, Bremervörde (D)


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Aktualisiert am: 27.05.2008 10:31

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