Mähdruschsaat

Zwei Berater und ein Lohnunternehmer entwickelten ein System, mit dem Zwischenfrüchte gleichzeitig mit dem Mähdrusch gesät werden. Die Vorteile: Geringe Kosten und eine rasche Entwicklung der Zwischenfrüchte.
Im Trockengebiet Ostösterreichs regnet es im Juli am häufigsten. Doch genau in diesen Monaten liegen die Getreidefelder meist brach. Somit bleiben die Niederschläge für den Feldaufgang ungenutzt und den Zwischenfrüchten bleibt weniger Zeit zur Entwicklung von Biomasse. Bernhard Scharf, Pflanzenbauberater an der BK Wiener Neustadt, suchte nach einer Lösung, die einen früheren Anbau der Zwischenfrüchte möglich macht und zudem auch noch Kosten spart. Die Mähdruschsaat erfüllt beide Anforderungen.
Zwischenfrüchte durchwachsen auch dichte Strohmatten.
Zwischenfrüchte durchwachsen auch dichte Strohmatten.


Immense Entwicklung der Zwischenfrüchte
Ob die Mähdruschsaat auch in der Praxis funktioniert wurde anhand eines Versuchs getestet. So wurde eine Zwischenfruchtmischung im Zuge der Wintergerstenernte ausgebracht. Das Stroh wurde dabei abgefahren, sodass das Saatgut lediglich von der Spreu bedeckt war. Mit dem Aufgang der Zwischenfrüchte im Versuch zeigte sich Bernhard Scharf sehr zufrieden.

Kosten zwischen 10 und 15 Euro
Die Vollkosten der Mähdruschsaat liegen laut Bernhard Scharf zwischen 10 und 15 Euro pro Hektar und somit um ein Vielfaches niedriger als jene der konventionellen Saat nach Bodenbearbeitung. Scharf hat ein Vorerntegerät entwickelt, mit dem das Saatgut vor der Ernte ausgebracht werden kann. Der erste Einsatz unter Praxisbedingungen findet in diesem Jahr statt.

Mehr darüber erfahren Sie in der Ausgabe 14 von Der fortschrittliche Landwirt

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Aktualisiert am: 02.07.2013 10:34
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