Mähdrescher richtig einstellen und Leistung steigern

Wer seinen Mähdrescher optimal einstellt, holt bis zu 25 % Mehrleistung aus der Maschine. Das ist eine ungeheure Reserve. Zugleich ist es aber auch so schwierig einen Mähdrescher mit all seinen Arbeitsorganen richtig einzustellen. Welche Grundregeln gilt es zu beherzigen?
Mit der richtigen Mähdreschereinstellung lässt sich die Leistung der Maschine um bis zu 25 % steigern.
Mit der richtigen Mähdreschereinstellung lässt sich die Leistung der Maschine um bis zu 25 % steigern.
Ein Schüttlermähdrescher reagiert auf Einstellfehler am empfindlichsten. Vornehmlich die Dreschwerkseinstellung entscheiden über Leistung, Verlust und Qualität. Eine Ähre verbleibt nur etwa 1/20 Sekunde zwischen Trommel und Korb. In dieser Zeit muss sie ausgedroschen und die Körner vom Dreschkorb abgeschieden werden. Mindestens 90 % der Körner sollen bis zum Erreichen der letzten Korbsegmente durch den Korb hindurchgetreten sein, sonst werden sie mit dem Stroh auf den Schüttler weitergeleitet. Dem Schüttler kann man etwa 10 % der Restkörner zumuten. Werden es mehr lässt er sie in Form von Schüttlerverlusten fallen. Deshalb steigen die Schüttlerverluste bei Überlastung steil an.

Mit Prüfschalen lassen sich die Verluste rasch und einfach bestimmen.
Mit Prüfschalen lassen sich die Verluste rasch und einfach bestimmen.
Hybridsysteme haben keine Schüttler mehr und stattdessen zwei Rotoren. Während die Schüttler durch stetiges Aufwerfen des Gutgemisches auf den Schüttlerhorden nur die losen Restkörner abscheiden können, arbeiten die Rotoren mit Radialkräften und dreschen sozusagen nach. Die Verlustkurve verläuft flacher als bei Schüttlersystemen. Zwar muss das Dreschwerk immer noch die Hauptarbeit beim Ausdrusch leisten, aber den Rotoren sind mehr Restkörner zuzumuten als den Schüttlern. Deshalb ist die Leistungsgrenze weiter nach hinten verschoben. Bei trockenen Bedingungen kann das Dreschwerk etwas schonender eingestellt werden, weil die beiden Rotoren am Ausdrusch mitarbeiten.
Beim Schüttlersystem lastet dagegen die gesamte Ausdruscharbeit auf dem Dreschwerk und Einstellfehler machen sich empfindlich bemerkbar mit Verlustanstieg oder Bruchkorn.

Axialsysteme sind gegen Einstellfehler unter guten bis normalen Bedingungen am unempfindlichsten. Durch den langen Abscheideweg entkörnen und entspelzen die Rotoren sehr sicher. Der Bruchkornanstieg bei Einstellfehlern, selbst unter sehr trockenen Bedingungen, ist seltener. Bei diesem System sind eher die Siebverluste der begrenzende Leistungsfaktor, bei Tangentialsystemen sind es die Schüttler.

Wie Sie bei den verschiedenen Druschsystemen durch richtige Einstellung die Leistung steigern, Bruchkorn und Verluste reduzieren können erfahren Sie in der Ausgabe 11/2012 unserer Fachzeitschrift „Der fortschrittliche Landwirt“.

Aktualisiert am: 19.05.2012 12:30
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