Mähdrescher: Kampf der fünf Giganten

Der europäische Mähdreschermarkt ist lukrativ und daher von den derzeit fünf Anbietergruppen heiß umkämpft. Technische Vielfalt und ein breites Angebot kennzeichnen den intensiven Wettbewerb.
In manchen Bereichen sind die Grenzen des technisch Möglichen nahezu erreicht.
In manchen Bereichen sind die Grenzen des technisch Möglichen nahezu erreicht.
In einer Phase weltweit stark steigender Nachfrage und steigender Preise für landwirtschaftliche Rohstoffe und vor allem für Getreide kommt der sicheren, sauberen und schnellen Einbringung der Ernte eine wachsende Bedeutung zu. Der selbstfahrende Mähdrescher nimmt hierbei eine Schlüsselrolle ein, und entsprechend stark wächst der Weltmarkt für diese Technik. Gemessen an den Stückzahlen wird damit gerechnet, dass allein in der laufenden Saison der globale Markt um 15 % ansteigt. Neu aufgebaute oder erweiterte Mähdrescher-Produktionswerke vor allem in den Wachstumsregionen der GUS-Staaten, Brasilien, China und Indien tragen zu diesem Wachstum bei. Aufgebaut wird diese Erweiterung der Produktionskapazitäten auf Technik westlicher Prägung und auf einfache Technologiestufen. Oft sind transnationale Marktführer wie John Deere, Case New Holland, Claas und AGCO im Jointventure oder durch Übernahme einer nationalen Produktion daran beteiligt.

Schwankendes Wachstum
In Stückzahlen gerechnet ist das Wachstum in Westeuropa nicht gleich stark. In 2007 war die verkaufte Stückzahl mit rund 6.800 verkauften Einheiten fast gleich wie in 2005, allerdings mit immer wieder anderer Verteilung unter den einzelnen Ländern. Mit 3.900 Einheiten bestreiten Deutschland und Frankreich 58 % des Mähdreschabsatzes in Westeuropa. Dagegen nimmt das „geldwertige“ Umsatzvolumen im europäischen Mähdreschermarkt überproportional zu, aufgrund stetig steigender Motorleistung und hochgerüsteter Leistungsmerkmale. Seitdem in 1936 der erste europäische, traktorgezogene Mähdrescher auf den Markt kam, und in 1953 der erste selbstfahrende Mähdrescher eingeführt wurde, wurden die Druschleistungen enorm gesteigert. Den Durchbruch zu 60 und mehr Tonnen Durchsatz pro Stunde schaffte Claas erstmals mit dem Lexion 600. Ein sogenannter „Flaggschiff-Mähdrescher“ der führenden Fabrikate erntet heute 30-mal mehr Getreide als in den 50er Jahren.

Autor: DI Wolfgang KUTSCHENREITER, Gailingen/Hochrhein (D)


Aktualisiert am: 07.07.2008 11:38
Landwirt.com Händler Landwirt.com User