MMA wirkt bis zum Folgewurf

Puerperalstörungen bei Sauen führen nicht nur zu höheren Kosten und Verlusten des aktuellen Wurfes, sondern beeinflussen auch die Fruchtbarkeit für nachfolgende Würfe.


Wenn das Hinterteil der Sau in Zugluft liegt, ist die Wahrscheinlichkeit einer MMA-Erkrankung hoch.
Wenn das Hinterteil der Sau in Zugluft liegt, ist die Wahrscheinlichkeit einer MMA-Erkrankung hoch.
Mit den Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass der MMA-Komplex nicht nur zu einem Anstieg der Ferkelverluste und zu einer Verminderung der Absetzgewichte führt, sondern dass darüber hinaus das Brunstgeschehen nach dem Absetzen der Ferkel, die Trächtigkeitsrate bzw. Umrauscherquote sowie die Häufigkeit von Verferkelungen und Verendungen beeinträchtigt wird. In der Zusammenfassung von Erstlings- und Altsauen war bei den Tieren mit Puerperalerkrankungen nach der vorangegangenen Abferkelung der Anteil von Sauen ohne Brunstsymptome nach dem Absetzen der Ferkel sowie die Häufigkeit von Verendungen ca. vier- bis fünfmal so hoch, die Anteile von Spätrauschern und die Häufigkeit von Verferkelungen etwa doppelt so hoch und die Umrauscherquote deutlich höher als bei den Vergleichssauen ohne gesundheitliche Störungen während der Säugezeit davor.
Aus den Erkenntnissen leitet sich das Fazit ab, dem Management und der Hygiene bei der Bewirtschaftung der Abferkelställe bzw. –abteile große Aufmerksamkeit zu schenken (Alles raus – Alles rein-Prinzip, Reinigung und Desinfektion, Stallklima, Lüftung). Daneben ist es sehr wichtig, Sauen mit MMA nach der Abferkelung schnell zu erkennen und sofort zu behandeln. Unmittelbar nach der Geburt des letzten Ferkels ist die Rektaltemperatur zu messen. Ab einer Temperatur von 39,3 °C in Verbindung mit deutlichen Anzeichen einer MMA sollte die Sau mit Antibiotika behandelt werden. In vorliegender Untersuchung hatten die Sauen mit MMA und Antibiotika-Behandlung eine mittlere Körpertemperatur von 39,8 °C, die gesunden Sauen dagegen von 38,8 °C.
Eine sofortige Behandlung kranker Sauen verhindert gegenüber einer um 7 bis 24 Stunden zu spät durchgeführten Therapie nachweislich ein deutliches Ansteigen der Ferkelverluste. Analog dazu kann erwartet werden, dass eine schnelle Behandlung sich auch günstig auf die spätere Leistungsentwicklung der zuvor erkrankten Sauen auswirkt.

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Aktualisiert am: 25.05.2004 14:07
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