MGN kritisiert "Krone"-Bericht über "zu teure Milchprodukte"

Heftige Kritik an einem Bericht in der heutigen Ausgabe der "Kronen Zeitung", wonach in Österreich "Milch und Butter um 33% zu teuer" seien, wenn man die Preise mit Deutschland vergleiche, übt der Geschäftsführer der Milchgenossenschaft NÖ (MGN), Leopold Gruber-Doberer.
Gruber-Doberer stellt nicht in Abrede, dass in der BRD Lebensmittel tatsächlich billiger zu kaufen sind. Es sei allerdings eine Unverfrorenheit, wenn in dem Artikel gefordert werde, dass der "Österreich-Zuschlag", der aufgrund der höheren Standards und der kleinräumigen Produktion berechtigt sei, weg müsse. Darüber hinaus verweist Gruber-Doberer einmal mehr darauf, dass die Konsumentenpreise für Milchprodukte im langjährigen Vergleich in Österreich sehr niedrig seien

Österreichische Produktion erfordert österreichische Preise

"Als Vertreter der Milchbauern darf ich daran erinnern, dass wir in Österreich die kleinsten Produktionsstrukturen innerhalb der EU haben, die durchschnittliche Milchquote liegt bei 60.000 kg je Betrieb. Darüber hinaus müssen wir eines der strengsten Tierschutzgesetze erfüllen und uns auch zur Einhaltung der GVO-freien Produktion bekennen. All dies wurde auch von der "Kronen Zeitung" massiv gefordert. Dabei vergisst man jedoch, dass diese österreichische Produktion, zu der sich unsere Bauern bekennen, auch nur mit österreichischen Preisen aufrecht zu erhalten ist", gibt der Geschäftsführer zu bedenken. Gruber-Doberer sei sehr wohl bewusst, dass aufgrund der Preissteigerungen bei Energie, Wohnungskosten etc. den Familien weniger Geld zur Verfügung stehe. Sozialpolitik durch sinkende Lebensmittelpreise zu machen, sei allerdings der falsche Weg.


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Aktualisiert am: 13.08.2008 11:35
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