Lüftungssysteme für den Schweinestall

Ein angenehmes Klima fürs Schwein, passend zur Bauform des Stalles, bedien- und wartungsfreundlich für den Landwirt – diese Anforderungen muss eine Lüftung erfüllen. Stand der Technik sind zwangsbelüftete Systeme, die sich in der Art der Zu- und Abluftführung unterscheiden. Ein Überblick.
Die Lüftung muss auf die Tierart und die Bauweise des Stalles abgestimmt sein und bedienfreundlich sein (Foto: Kaufmann, SBS).
Die Lüftung muss auf die Tierart und die Bauweise des Stalles abgestimmt sein und bedienfreundlich sein (Foto: Kaufmann, SBS).
Die Porendecke ist in der Steiermark am weitesten verbreitet. Sie kann entweder klassisch mit magnesitgebundenen Holzwollplatten oder alternativ mit Trapezlüftungsplatten aus GFK (Glasfaserverstärkter Kunststoff) ausgeführt werden. Bei beiden Varianten wird Glaswolle mit einer Stärke von 5–10 cm als Luftbremse verlegt. Die Frischluft wird im Regelfall aus dem gedämmten Dachraum, dem sogenannten Druckraum, durch die Glaswolle in das Abteil gesaugt.
Bei Altbauten wird die Porendecke auch teilweise von einer Massivdecke abgehängt. Bei dieser Variante sollte der freie Druckraum 50 cm betragen. Porendecken werden je nach Tierkategorie entweder vollflächig oder als Teilporendecke ausgeführt. Nicht zu verwechseln sind Porendecken mit Lochplattensystemen ohne Luftbremse. Der Vorteil der Porendecke besteht darin, dass gerade im Winter und in der Übergangszeit eine gleichmäßige und zugluftfreie Luftführung gewährleistet werden kann. Dazu muss die Porendecke optimal verlegt sein. In der heißen Jahreszeit und bei zu klein dimensionierten Anlagen stößt die Porendecke aber oft an ihre Leistungsfähigkeit, da durch die Glaswolle ein nicht unerheblicher Widerstand für die Ventilatoren entsteht. Wird die Frischluft zusätzlich aus einem nicht wärmegedämmten Dachraum angesaugt, kann die Hitzebelastung für die Tiere im Sommer erheblich werden.

Betriebsganglüftung (Ober- oder Unterflur)
Ein ebenso verbreitetes System ist die Betriebsganglüftung. Bei diesem System wird die Zuluft entweder über einen Kanal unter dem Betriebsgang (Unterflurbetriebsganglüftung) oder direkt vom Zentralgang in den planbefestigten Betriebsgang des Abteiles (Oberflurbetriebsganglüftung) gesaugt, wo die Frischluft dann über die Buchtenwände strömt und sich gleichmäßig in
der Bucht verteilen soll. Die Betriebsganglüftung hat den Vorteil, einen ausreichend großen Luftaustausch zu gewährleisten.
Gerade im Sommer bei großer Hitze wirkt sich das positiv auf das Wohlbefinden der Tiere aus. Wird die Zuluft hingegen in der kalten Jahreszeit nicht ausreichend vorgewärmt, fällt diese über die Buchtenwände direkt durch die Spalten in den Güllekeller, wo sie anschließend angereicht mit unerwünschten Schadgasen wieder in den Tierbereich aufsteigt. Die Zuluft muss mindestens +5 bis +10 °C warm sein. Ein ordentlicher Betrieb dieser Systeme ohne Vorwärmung der Zuluft durch eine Heizung ist gerade bei sehr tiefen Außentemperaturen fast nicht möglich.

Autor: Ing. Martin KAUFMANN, SchweineBeratung Steiermark, Gleisdorf

Den vollständigen Artikel finden Sie in der Ausgabe 11/2013 des "Fortschrittlichen Landwirts". Tipp: Im zweiten Teil des Artikels (Ausgabe 12/2013) wird das Thema "Energiesparen beim Lüften" behandelt. Gratis Probeheft bestellen.

Weitere Themen in der Ausgabe 11/2013:
  • Absetzferkel füttern: Kleine Fehler können schwerwiegende Folgen haben (Dr. Andreas GUTZWILLER, Eidgenössisches landwirtschaftliches Forschungsinstitut Agroscope Posieux (CH))
  • Neue Gedanken zu Genetik und Fruchtbarkeit (Dr. agr. Stefan VIEBAHN, Marienheide (D))
  • Neuheiten & Highlights

Aktualisiert am: 17.05.2013 09:01
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