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Low Input für Grünland und Rind

Das Generalthema der österreichischen Biofachtagung 2016 drehte sich um die grünlandbasierte Rinderhaltung und Milchproduktion. Es zeigte sich, dass steigender Kraftfuttereinsatz je Kilogramm Milch die Lebensmitteleffizienz senkt.
Die Referenten der Österreichischen Biofachtagung 2016 informierten über Low Input Strategien für Grünland- und Rinderbetriebe. V.l: Werner Zollitsch, Walter Starz, Paul Ertl, Onno Poppinga, Lukas Kiefer und Andreas Steinwidder. Foto: Bio-Institut
Die Referenten der Österreichischen Biofachtagung 2016 informierten über Low Input Strategien für Grünland- und Rinderbetriebe. V.l: Werner Zollitsch, Walter Starz, Paul Ertl, Onno Poppinga, Lukas Kiefer und Andreas Steinwidder. Foto: Bio-Institut
Am 10. November 2016 traf sich die deutschsprachige Bioszene im Grimmingsaal an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein. Bei der österreichischen Biofachtagung stand das Thema Low Input für Grünland- und Rinderbetriebe im Mittelpunkt. 160 Berater, Lehrer, Schüler, Wissenschaftler und Landwirte informierten sich über die Wirtschaftlichkeit dieses Systems und Kraftfuttereinsparung. Die Teilnehmer waren sich einig, dass dem Grundfutter in der Rinderproduktion höchste Aufmerksamkeit zu schenken ist.

In den Pausen und in der Postersession wurden die präsentierten Ergebnisse ausführlich diskutiert. Foto: Bio-Institut
In den Pausen und in der Postersession wurden die präsentierten Ergebnisse ausführlich diskutiert. Foto: Bio-Institut
Kraftfutter sparen erhöht die Effizienz

Milchkühe in Österreich haben im Durchschnitt eine positive Lebensmittelbilanz. Das errechnete Paul Ertl am Institut für Nutztierwissenschaften der Universität für Bodenkultur. 50 % der tierischen Produkte von Wiederkäuern werden in Österreich über das Grünland erfüttert. Es gibt dabei keine Nahrungskonkurrenz zwischen Mensch und Tier. Weiterer wesentlicher Punkt dieser Ausführung war, dass ein hohes Milchleistungsniveau nichts über die Effizienz der Nettolebensmittelproduktion aussagt. Im Gegenteil. Ertl sagt: „Wer Kraftfutter verfüttert, füttert potentielle Lebensmittel.“ DI Thomas Rech vom BMLFUW fasste den Vortrag in Kürze zusammen: „Milch und Fleisch vom Alpenweiderind geben ein gutes Gewissen.“

Walter Starz gab Tipps für professionelles Weidemanagement. Foto: Bio-Institut
Walter Starz gab Tipps für professionelles Weidemanagement. Foto: Bio-Institut
Tipps fürs Grünlandmanagement

Abgesehen vom gesellschaftspolitischen Aspekt gingen die Vortragenden auch auf die Produktion im Detail ein. DI Walter Starz vom Bio-Institut der HBLFA Raumberg-Gumpenstein informierte über professionelles Weidemanagement. Gegen deutlich vermooste Stellen bei Kurzrasenweide erachtet er Kalkung als nutzlos. Im Gegenzug empfiehlt er lückige Bestände nachzusäen und gut zu düngen, denn die geschlossene Grasnarbe verdränge das Moos. Moos tritt häufig bei Waldrändern auf, weshalb er dazu rät, die Fläche freizuschneiden, weil durch Sonnenlicht Gras statt Moos gefördert wird.

Aktualisiert am: 10.11.2016 15:30